European Journal of Nutrition (v.34, #3)

Die senile Katarakt ist eine im Alter und besonders häufig im hohen Alter auftretende Trübung der Augenlinsen. Die extrem langlebigen Linsenproteine weisen häufig oxidationsbedingte Schädigungen auf. Altern und Rauchen erscheinen als die größten Risikofaktoren für eine Kataraktbildung. Während junge Augenlinsen in der Regel über eine ausreichende antioxidative Schutzkapazität verfügen, nimmt diese mit dem Alter ab. Damit wächst die Bedeutung anderer Schutzfaktoren. Nahrungsfaktoren, besonders Vitamine mit antioxidativen Eigenschaften, schützen möglicherweise vor einer Bildung von senilen Katarakten in den Augenlinsen. Ein Zusammenhang zwischen der Versorgung mit Vitamin C, E und β-Carotin und dem Kataraktrisiko konnte in tierexperimentellen Untersuchungen aufgezeigt und inzwischen auch in einer wachsenden Zahl epidemiologischer Studien nachgewiesen werden. Die bisher vorliegenden epidemiologischen Studien unterstützen mehrheitlich die Hypothese, daß erhöhte Vitaminaufnahmen das Risiko einer Kataraktbildung reduzieren. Die antioxidative Wirkung der genannten Nährstoffe liefert eine plausible Erklärung für den Mechanismus der Kataraktgenese. Es fehlen aber noch Studien, aus denen sich die für eine Prävention notwendigen Vitaminmengen ableiten lassen. Einige Untersuchungsergebnisse sprechen möglicherweise dafür, daß diese über den bisher geltenden Empfehlungen liegen. Zur Zeit werden verschiedene, große Interventionsstudien durchgeführt, die eine weitere Absicherung der Antioxidanshypothese und von Dosis-Wirkungsbeziehungen erwarten lassen.Senile cataract indicates the opacity of ocular lenses occuring in old and especially in very old people. Lens proteins are extremely long-living and often show oxidative damages. Aging and smoking appear to be the greatest risk factors for the development of lens opacities. The sufficient antioxidant protection of young lenses decreases with the aging process. Consequently, the importance of other protective factors increases. Nutritional factors, particularly vitamins with antioxidant properties, may influence the development of senile cataracts in the ocular lens. Meanwhile an association between the supply with vitamin C, E and β-carotene and the risk of cataract development was demonstrated in animal studies and also in an increasing number of epidemiological studies. These epidemiological studies mainly support the hypothesis that higher vitamin intakes reduce the risk of developing cataracts in old age. The antioxidant properties of the named nutrients give a plausible explanation for the mechanism of cataractogenesis. On the basis of the present data definitive recommendation, necessary for cataract prevention can not yet be established. Some results seem to support higher recommendations. At the moment several large human intervention trials are carried out. Form these studies a further confirmation of the antioxidant hypothesis and of a dose-response-relationship are expected.
Keywords: Vitamin C; Vitamin E; β-Carotin; antioxidative Vitamine; Vitaminaufnahme; Augenlinse; Katarakte; Alter; Vitamin C; vitamin E; β-carotene; antioxidant vitamins; vitamin intake; ocular lens; cataracts; elderly

Die Beziehung zwischen Ernährungsverhalten und Bildungsstand wurde an 45- bis 64jährigen Männern in einer süddeutschen Population untersucht. Daten der Ernährungserhebung des MONICA-Projektes Augsburg 1984/85 wurden ausgewertet. Von 899 Teilnehmern (70 % Beteiligung) wurden 7-Tage-Ernährungsprotokolle erhoben.Der tägliche Lebensmittelverzehr macht deutlich, daß Männer mit höherem Bildungsstand eine gesündere Lebensmittelauswahl treffen. Die Auswirkungen des gesünderen Verzehrsmusters auf die Nährstoffzufuhr beschränken sich auf eine geringere tägliche Aufnahme von Cholesterin und eine höhere Aufnahme von Ballaststoffen. Die Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen ist bei höherem Bildungsstand günstiger, mit Ausnahme des Vitamins Niacin. Als weitgehend unabhängig vom Bildungsstand erweist sich die Energiezufuhr, Fettzufuhr und Fettzusammensetzung. Die prozentualen Anteile der Nährstoffe an der Energiezufuhr weisen keine wesentlichen Unterschiede in den Gruppen der Männer mit unterschiedlichem Bildungsstand auf. Die Ergebnisse ermöglichen, anhand von Informationen über Lebensmittelverzehr und Nährstoffaufnahme einer Personengruppe mit bestimmtem Bildungsstand, konkrete Beratungsziele zu stecken und bessere Ansatzpunkte für Präventionsmaßnahmen im Ernährungsbereich zu finden.The relationship between educational attainment and dietary behaviour was examined in a South German population of men aged 45 to 64 years. Analyses are based on data from the MONICA Augsburg Dietary Survey 1984/85 (7-day dietary records, n=899). The evaluation of the daily food consumption shows that men with higher educational attainment prefer healthier food items than men with lower educational attainment. The healthier food pattern in men with higher educational attainment is reflected in a lower cholesterol intake and in a higher fibre intake. The mean daily intake of vitamins, minerals and trace elements is better in men with higher educational attainment with the exception of the vitamin niacin. The total daily caloric intake, fat intake and the combination of saturated, monounsaturated and polyunsaturated fatty acids is independent of educational attainment. The percentage of carbohydrates, protein and fat of the total caloric intake is nearly the same in all educational attainment groups. The results concerning food pattern and nutrient intake by educational attainment offer important information with regard to the development of strategies for the improvement of nutrition habits.
Keywords: Ernährungserhebung; Lebensmittelverzehr; Nährstoffaufnahme; Ausbildungsjahre; Dietary survey; food consumption; nutrient intake; educational attainment

This study investigated the relative validity of a self-administered 24-h recall questionnaire in a dietary survey on 3 653 men and women 7 years of age and older. The validation was carried out in a group of 41 men. An estimated dietary record kept over 3 days served as reference method. Comparison of the questionnaire and the estimated 3-day record showed good agreement. The Wilcoxon matchedpairs ranked signs test (p<0.05) demonstrated that the only differences were the crude energy and carbohydrate intake and the estimated nutrient density of protein. The estimated proportion of calories from carbohydrate, fat, protein, and alcohol differed by no more than 2.4 %. The median percentage differences in crude nutrient intakes and nutrient densities between the two assessment techniques ranged from −9 % to 22 %. The daily food intake differed significantly in only three of ten food groups. Spearman's correlation coefficients were higher than 0,35 for all density measurements. The highest correlation coefficients of about 0.60 were observed for alcohol and dietary fiber intake. It is concluded that the self-administered 24-hour recall questionnaire is a valid method for estimating the median and mean dietary intake of large groups of subjects.Ziel der Arbeit war, die relative Validität eines selbstgeführten 24-hour-recall-Fragebogens zu untersuchen, der in einer Ernährungserhebung mit 3 653 weiblichen und männlichen Erhebungsteilnehmern im Alter ab 7 Jahren eingesetzt wurde. Die Validierung wurde an einer Gruppe von 41 Männern durchgeführt. Ein 3-Tage-Protokoll diente als Referenzmethode. Der Vergleich des 24-hour-recall-Fragebogens mit dem 3-Tage-Protokoll erbrachte gute Übereinstimmung. Mittels des Wilcoxon matched-pairs ranked signs test (p<0.05) konnten nur für die absoluten Energie- und Kohlenhydrataufnahmen sowie für die Protein-Nährstoffdichte signifikante Unterschiede nachgewiesen werden. Die prozentuale Verteilung der Energie auf die Hauptnährstoffe und Alkohol differierte um maximal 2,4 %. Der mediane prozentuale Unterschied in der absoluten Nährstoffaufnahme und der Nährstoffdichte lag zwischen −9 und 22 %. Die tägliche Nahrungsaufnahme war nur für 3 von 10 Lebensmittelgruppen signifikant verschieden. Die Spearman rank Korrelationskoeffizienten betrugen für alle Nährstoffdichten mehr als 0,35. Die höchsten Korrelationskoeffizienten um 0,60 wurden für die Alkoholund Nahrungsfaseraufnahme beobachtet. Die Ergebnisse zeigen, daß der 24-hour-recall-Fragebogen eine valide Methode zur Schätzung der medianen und mittleren Nahrungs-und Nährstoffaufnahme von großen Gruppen ist.
Keywords: Validation; 24-hour recall questionnaire; dietary survey; energy intake; nutrient intake; food intake; Validierung; 24-hour-recall-Fragebogen; Ernährungserhebung; Energieaufnahme; Nährstoffaufnahme; Nahrungsaufnahme

Anhand der Nationalen Verzehrsstudie und des „Dietary and Nutritional Survey of British Adults“ wird der Lebensmittelverzehr der Erwachsenen in Deutschland und Großbritannien verglichen. Dies ist möglich, weil die Methodik weitgehend übereinstimmt.Beim Vergleich des Lebensmittelverzehrs von Deutschen und Briten fallen Lebensmittel auf, von denen die Deutschenmehr zu sich nehmen als die Briten. Dazu gehören Fleisch- und Wurstwaren, Eier, Käse und Quark, Butter, Speisefette und -öle, Brot und Backwaren, Gemüse, Obst, Marmelade/Konfitüre und alkoholfreie Getränke. Die Deutschen nehmen dagegenweniger Fleisch, Fisch und Fischwaren, Milch und Milchprodukte, Nährmittel, Kartoffeln, Zucker, Süßwaren und Tee zu sich als die Briten. Beim Konsum von Obstprodukten, alkoholischen Getränken und Röstkaffee herrschen nur geringfügige Unterschiede zwischen Deutschen und Briten.Referring to the data of the National Food Consumption Study in Germany and the Dietary and Nutritional Survey of British Adults, this article compares the food intake of German and British adults. Such a comparison is possible because both studies have mainly the same methodology.The comparison of the food intake of German and British adults points out food groups which Germans consume inhigher amounts than British people do. To this category belong meat products and sausages, eggs, cheese and cottage cheese, butter, fat for cooking and salad oil, bread and pastries, vegetables, fruit, preserves and soft drinks. The Germans consumeless meat, fish and fish products, milk and milk products, pasta, rice and miscellaneous cereals, potatoes, sugar, sweets and tea than the British people do. The consumption of fruit products, alcoholic beverages and coffee is nearly the same in Germany and Great Britain.
Keywords: Verzehrserhebungen; Nationale Verzehrsstudie; Lebensmittelverzehr; internationaler Vergleich von Verzehrserhebungen; Dietary surveys; national food consumption study; food intake; international comparison of dietary surveys

Filet von Forellen, die 18 Wochen lang ein Futter mit 12 mg Menadion/kg und mit drei im Konzentrationsverhältnis von 1 : 10 : 100 gestaffelten Dosierungen von all-rac-α-Tocopherylacetat (20, 200 und 2 000 mg/kg) erhalten hatten, wurde homogenisiert und bei −18 °C gelagert. Nach Lagerung über 4, 6 und 8 Monaten wurden die Konzentrationen an α-Tocopherol und Phyllochinon sowie von freien Fettsäuren, Peroxiden, Malondialdehyd und Lipofuszin als Parameter der Lipidperoxidation analysiert.Die mittleren α-Tocopherolgehalte betrugen 1,4; 2,7 und 16,3 mg/100 g Filet, entsprechend einem Konzentrationsverhältnis von etwa 1 : 2 : 12. Der dosisabhängige Anstieg bewirkte eine deutliche Verbesserung der Lagerstabilität. Die hohen Dosen an Vitamin E führten zu abnehmenden Gehalten an Phyllochinon im Fischmuskel, die ohne Einfluß auf die Prothrombinzeit waren.Die dosisabhängige Hemmung der enzymatisch katalysierten Fettoxidation spiegelte sich in abfallenden Gehalten an freien Fettsäuren im Rohfett wider. Peroxide waren an keinem Untersuchungstermin nachweisbar. Die Gehalte an Malondialdehyd sanken mit zunehmender Supplementierung von Vitamin E signifikant ab. Derselbe Einfluß zeigte sich bei Lipofuszin.Die Anreicherung der Filets mit α-Tocopherol nach Supplementierung des Futters begünstigte eine längerfristige Qualität bei Gefrierlagerung infolge einer effektiven Hemmung der Lipidperoxidation. Bereits mit der Dosierung von 200 mg α-Tocopherylacetat/kg Futter konnte im Vergleich zur Dosierung von 20 mg/kg eine meßbare Verbesserung der Lagerstabilität erzielt werden.Rainbow trouts were fed a complete diet with 12 mg vitamin K3 and supplemented with 20, 200 or 2 000 mg all-rac-α-tocopheryl-acetate/kg for 18 weeks. The ratio of the vitamin E-supplementation was 1 : 10 : 100. Fillets were minced and stored at −18 °C. Concentrations of α-tocopherol and phylloquinone and parameters of lipid peroxidation were measured after 4, 6, and 8 months of storage. The effects of α-tocopherol incorporated into fillets on storage stability were assessed by measuring free fatty acids, peroxides, malondialdehyde and lipofuscin.Mean α-tocopherol-concentrations in fillets were 1.4, 2.7 and 16.3 mg/100 g, respectively representing ratios of 1 : 2 : 12. The increase in α-tocopherol concentration resulted in a significant improvement of storage stability. The phylloquinone concentration in fillet was reduced in treatments with ≥200 mg vitamin E/kg; however, this did not affect the prothrombin time. No peroxides were detectable at any time. The concentrations of malondialdehyde significantly decreased with increasing supplementation of vitamin E. Lipofuscin concentrations were higher with low than with high vitamin E supplementation. The dose-related inhibition of lipid peroxidation became apparent in decreased concentrations of the free fatty acids in the crude fat.These results confirm the effectiveness of α-tocopherol as antioxidant in fish flesh. In this study the incorporation of α-tocopherol from dietary supplementation improved the long-term storage quality of trout fillets due to the effective inhibition of the lipid peroxidation. A measurable improvement of the storage stability was achieved with a supplementation of 200 mg vitamin E/kg feed.
Keywords: Forelle; Tocopherol; Phyllochinon; Antioxidans; Lipidstabilität; Trout; tocopherol; phylloquinone; antioxidant; storage

Zur Messung einer fettsäureninduzierten Thermogenese wurde ein Gesamtstoffwechselversuch mit 8 nichtgraviden, nichtlaktierenden Sauen über 8 Perioden von jeweils 16 Tagen Dauer durchgeführt. Die Tiere erhielten in der ersten und letzten Versuchsperiode eine den energetischen Erhaltungsbedarf deckende Grundration. In Periode 2 bis 7 wurden in zufälliger Reihenfolge Olivenöl, Fischöl bzw. als Referenznährstoff Weizenquellstärke in jeweils 2 Mengenstufen bis 50 % über das Erhaltungsniveau zugelegt. Alle Rationen wurden aufgrund der Anfangsmasse der Sauen eingestellt und über den gesamten Versuch in unveränderter Menge beibehalten. Die Fütterung erfolgte zweimal täglich. Von allen Tieren wurde in jeder Stoffwechselperiode eine vollständige Bilanzmessung mit Sammeltechnik (Futter, Kot, Harn) und 48stündiger Messung des Gaswechsels in der Respirationskammer durchgeführt.Die Körpermasse der Sauen stieg im Versuchsablauf linear um 5,8 kg je Zulageperiode an. Die drei Zulagearten hatten keinen Einfluß auf die Körpermasse der Tiere, sie wogen im Mittel bei Stärkezulage 205,5 kg, bei Olivenöl und Fischöl 204,8 bzw. 205,8 kg. Die Verdaulichkeit der Energie (DE/GE) betrug bei allen drei Zulagen 100 %, die Umsetzbarkeit der Energie (ME/GE) einen Prozentpunkt weniger. Der Kohlenstoffund Energieansatz zeigte eine ausgeprägte lineare Abhängigkeit zur Zulagenhöhe sowie einen signifikanten Effekt der Zulagenart. Die Wärmebildung betrug bei alleiniger Fütterung der Grundration 20,9 MJ und im Mittel der beiden Zulagestufen bei Stärkefütterung 21,6 MJ und bei Olivenöl und Fischöl 21,0 bzw. 20,6 MJ/d. Die Abhängigkeit des Energieansatzes von der Zufuhr an ME ergab Regressionskoeffizienten von 0,9 MJ/MJ bei Verabreichung von Stärke und 1,0 MJ/MJ bei Fütterung der beiden Öle. Aus den Ergebnissen ist zu folgern, daß eine Zulage von Fetten mit einfach oder mehrfach ungesättigten Fettsäuren über dem energetischen Erhaltungsbedarf unter der Bedingung stark eingeschränkter Bewegungsaktivität (Respirationskammer) keinen Einfluß auf die Thermogenese und somit einen energetischen Ansatz entsprechend der zugeführten Energie des Nahrungsfettes bewirkt.A trial on total metabolism was conducted in eight nonpregnant, nonlactating sows over eight periods, each of 16 days duration, to measure potential fatty acid induced thermogenesis. During the first and last experimental periods, the animals received a basal ration which just covered the energy maintenance requirement. In the second to seventh periods supplements of olive oil, fish oil, or puffed wheat starch as reference nutrient were added to the diet in random sequence at two levels up to 50 % above the maintenance requirement. All rations were calculated with reference to the sows' initial weight and remained quantitatively unchanged throughout the experiment. The animals were fed twice daily. During each metabolism period a complete energy balance was assessed for all sows by means of collection technique (feed, feces, urine), and 48-h measurements of the gas exchange in a respiration chamber.The sows' body mass increased linearly during the course of the experiment by 5.8 kg per period. The three supplement types had no influence on the animals' final body weight, wich averaged 205.5 kg with the starch supplement, 204.8 kg with olive oil, and 205.8 kg with fish oil. Energy digestibility (DE/GE) was 100 % for all three supplements, and metabolizability of energy (ME/GE) one percentage point less. Carbon and energy depositions showed a pronounced linear relationship to the level of supplementation and were also influenced by the type of supplement. Heat production was 20.9 MJ/d after feeding the basal ration alone and, taking the average of the two supplementation levels, 21.6 MJ for the starch supplement, 21.0 MJ for olive oil, and 20.6 MJ for fish oil. The relationship between energy deposition and the supply of ME resulted in regression coefficients of 0.9 MJ/MJ after feeding starch and 1.0 MJ/MJ after feeding the two oils. It can be concluded from these results that supplementation of the diet with fat containing mono- or polyunsaturated fatty acids above the energetic maintenance requirement under conditions of severely restricted movement (respiration chamber) has no influence on thermogenesis and consequently causes a deposition of energy equivalent to the amount supplied with the dietary fat.
Keywords: Fischöl; Olivenöl; Überernährung; Sauen; Energiebilanz; Thermogenese; Gaswechsel; Fish oil; olive oil; overfeeding; sows; energy balance; thermogenesis; gaseous exchange

The pancreatic peptide amylin (1 µg/kg) injected intraperitoneally reduced cumulative food intake for up to 4 h in food-deprived (24 h) and non-deprived rats at various times of the day, i.e., at dark onset, in the middle of the dark phase, and at light onset. At none of these times did subdiaphragmatic vagotomy abolish the anorectic effect of amylin. Rather, vagotomy enhanced, by unknown mechanisms, amylin's anorectic effect in food-deprived rats at light onset and in the middle of the dark phase. In contrast to previous studies with older rats, amylin's anorectic effect was also observed when injected into nondeprived rats. The findings of the present study extend previous reports in that amylin's anorectic effect, not being abolished by abdominal vagotomy after intraperitoneal injection, can be elicited at different times of the day.Das aus dem Pankreas stammende Peptid Amylin (1 µg/kg) reduzierte nach intraperitonealer (IP) Injektion die kumulative Futteraufnahme bei Ratten, denen vor der Injektion das Futter für 24 h entzogen worden war bzw. bei Ratten, denen Futter ad lib. zur Verfügung stand, für bis zu 4 h. Der Effekt trat zu verschiedenen Zeitpunkten des Tag/Nacht-Zyklus (Beginn der Dunkelphase, Mitte der Dunkelphase, Beginn der Hellphase) auf. Der verzehrsreduzierende Effekt von IP verabreichtem Amylin wurde zu keinem dieser Zeitpunkte durch subdiaphragmatische Vagotomie aufgehoben. Vagotomie führte eher zu einer Verstärkung des verzehrsreduzierenden Effekts von Amylin, und zwar nach einem 24stündigen Futterentzug bei Injektion zu Beginn der Hellphase oder in der Mitte der Dunkelphase. Im Unterschied zu früheren Untersuchungen mit älteren Ratten konnte ein verzehrsreduzierender Effekt von Amylin auch bei Ratten beobachtet werden, denen vor der Injektion das Futter nicht entzogen worden war.In Ergänzung früherer Befunde zeigen also die Ergebnisse, daß der verzehrsreduzierende Effekt von IP verabreichtem Amylin zu verschiedenen Tageszeiten ausgelöst und durch subdiaphragmatische Vagotomie nicht aufgehoben werden kann.
Keywords: Amylin; food intake; vagotomy; circadian effect; rat; Amylin; Futteraufnahme; Vagotomie; zirkadiane Effekte; Ratte

Differing antioxidant potentials created by graded ascorbic acid supplementation (1, 10, 100 mg per animal daily) evoked changes in the level of glutathione peroxidase activity and lipid peroxides in the liver of female guinea pigs. The group with the lowest ascorbic acid intake (1 mg) had the lowest activity of glutathione peroxidase and the highest level of lipid peroxides. The two other groups (10 and 100 mg) showed enhancement of glutathione peroxidase activity and decline in lipid peroxides. There was no difference between the groups with 10 and 100 mg ascorbic acid intake.Verschiedene Werte an antioxidativem Potential, erzeugt mit Hilfe verschiedener Konzentrationsstufen an Ascorbinsäure (1, 10, 100 mg/Tier/Tag) führten zu Veränderungen in der GSH-Px Aktivität und der Menge den Lipidperoxiden in der Leber von Meerschweinchen. Die Gruppe mit der kleinsten Dosierung (1 mg) von Ascorbinsäure hatte die niedrigste GSH-Px Aktivität und den höchsten Anteil an Lipidperoxiden. Die zwei anderen Gruppen zeigten eine Erhöhung der GSH-Px Aktivität und Senkung von Lipidperoxiden auf. Es bestand kein Unterschied zwischen den Gruppen mit der Dosis von 10 und 100 mg Ascorbinsäure.
Keywords: Ascorbic acid; glutathioneperoxidase; lipid peroxides; liver; Ascorbinsäure; Glutathion-Peroxidase; Lipidperoxiden; Leber

Four barrows, average initial weight 35 kg, were fitted with permanent pancreatic re-entrant cannulas and used to determine the effect of level and quality of dietary fat on exocrine pancreatic secretions. The pigs were fed four corn starch-based diets that contained 15 % crude protein from isolated soy protein. Diet 1 contained no canola oil (C-0); diet 2, 15 % canola oil (C-15); diet 3, 15 % canola oil that was heated under vacuum at 180° C for 12 h (C-15/12); diet 4, 15 % canola oil that was heated under vacuum at 180° C for 24 h (C-15/24). Heat treatment resulted in a 4- to 5-fold increase in the content of malonaldehyde which is derived from the oxidation of fatty acids and which is closely related to odour and rancidity in lipids. The experiment was carried out according to a 4×4 Latin square design. The pigs were fed twice daily, at 08:00 and 20:00 h, 900 g each meal. Following an adaptation period of 7 d, pancreatic juice was collected continuously for 24 h at 2-h intervals from 08:00 on d 8 until 08:00 on d 9 and from 08:00 on d 10 until 08:00 on d 11 during each experimental period. The volume of secretion of pancreatic juice peaked 6–10 h postprandially and was similar (P>.05) during day (08:00–20:00 h) and night (20:00–08:00 h). Replacement of 15 % starch by 15 % canola oil resulted in a decrease (P<.05) in the secretion of α-amylase and an increase (P<.05) in the secretion of lipase. The inclusion of oxidized fat caused a further increase (P<.05) in total lipase activities. It can be concluded that the exocrine pancreas is able to adapt to variations in the level and quality of dietary lipids.Vier Börge mit einem mittleren Anfangsgewicht von 35 kg wurden mit permanenten Pankreas-Umleitungskanülen versehen, um den Einfluß von Fettmenge und -qualität auf die exokrine Pankreassekretion zu untersuchen. Die Tiere erhielten synthetische Rationen auf der Grundlage von Maisstärke und Sojaproteinisolat mit einem Rohproteingehalt von 15 %. Ration C-0 enthielt kein Rapsöl, während die übrigen drei Rationen 15 % Rapsöl im Austausch gegen Maisstärke enthielten, und zwar frisches Rapsöl (Ration C-15) oder unter Vakuum bei 180° C über einen Zeitraum von 12 h (Ration C-15/12) bzw. 24 h (Ration C-15/24) erhitzt. Die Versuchsanordnung entsprach einem 4×4 Lateinischen Quadrat. Die Diäten wurden in zwei Mahlzeiten (900 g um 08:00 und 20:00 h) verabreicht. Nach einer Adaptationsphase von 7 d wurde das Pankreassekret kontinuierlich in 2-h-Intervallen in zwei zeitlich voneinander getrennten Sammelperioden über jeweils 24 h quantitativ erfaßt. Das Maximum der Volumensekretion ergab sich 6–10 h postprandial; die Volumensekretion in der Tag- (08:00–20:00 h) und Nachtphase (20:00–08:00 h) zeigte keine signifikanten (P>.05) Unterschiede. Die Substitution von 15 % Stärke durch 15 % Rapsöl führte zu einer deutlichen (P<.05) Abnahme der α-Amylase zugunsten einer erhöhten (P<.05) Lipasesekretion. Die Fettoxidation durch Erhitzen verursachte einen weiteren Anstieg (P<.05) der Lipaseausscheidung. Die Untersuchungen belegen, daß die exokrine Pankreassekretion beim Schwein durch uantitative und qualitative Veränderungen des Nahrungsfettes zu beeinflussen ist.
Keywords: Pig; fat; pancreatic secretions; enzymes; Schwein; Fett; Pankreassekretion; Enzyme

Beeinflussung der fäkalen Gallensäureexkretion durch Fischöl bei gesunden ProbandenEffects of fish oil on fecal bile acid excretion in healthy volunteers by Dr. H. -P. Bartram; A. Gostner; W. Scheppach; E. Kelber; G. Dusel; F. Keller; H. Kasper (231-235).
Verschiedene Studien weisen auf einen protektiven Effekt von Fischöl bei der Kolonkarzinomentstehung hin. Mögliche Einflüsse auf die muscosale Prostaglandin-E2-Synthese wurden hierbei als Wirkungsmechanismus beschrieben. Zusätzliche Effekte auf die fäkale Exkretion von Gallensäuren könnten ebenso von Bedeutung sein, da insbesondere sekundäre Gallensäuren als Promotoren bei der Kolontumorentstehung angesehen werden. In der vorliegenden Studie wurde bei 12 gesunden Probanden der Effekt einer täglichen Supplementierung mit 11 g Fischöl (FO) bzw. Maiskeimöl (MO) über jeweils 4 Wochen zusätzlich zu einer fettreduzierten Basiskost (30 % der Gesamtenergie als Fett) auf die fäkale Exkretion von Gallensäuren untersucht. Die Analyse des fäkalen Gallensäurenspektrums erfolgte gaschromatographisch. Die Gesamtausscheidung an Gallensäuren war unter FO nicht signifikant verschieden von derjenigen unter MO (301,9 vs. 320,3 mg/Tag). Unter FO ergab sich jedoch eine tendenziell niedrigere Exkretion der sekundären Gallensäure Lithocholsäure als unter MO (99,6 vs. 109,4 mg/Tag, p=0,22). Da sekundäre Gallensäuren als ein wesentlicher Promotor der Kolonkarzinogenese angesehen werden, sind diese Veränderungen positiv im Hinblick auf eine mögliche Kolonkarzinomprävention zu werten.Several studies indicated a protective effect of fish oil on colon carcionogenesis which might be due to alterations in prostaglandin E2 synthesis of the colonic mucosa. Additional effects on fecal bile acid excretion may also play a role since especially secondary bile acids are known to act as promotors in colon cancer development. In the present study possible influences on bile acid excretion were investigated in 12 healthy volunteers whose daily diet was supplemented for 4 weeks with 11 g of fish oil (FO) and corn oil (CO) per day, respectively. Fecal bile acids were analyzed by gas-liquid-chromatography. Fecal excretion of total bile acids was not different during the periods of FO and CO-supplementation (301.9 vs. 320.3 mg/day). However, a non-significant trend to a lower daily excretion of the secondary bile acid lithocholic acid was found after FO compared to CO-ingestion (99.6 vs. 109.4 mg/day; p=0.22). Since secondary bile acids are known promotors of colon carcinogenesis, these findings may implicate a favorable situation with respect to colon cancer prevention.
Keywords: ω-3 Fettsäuren; Kolonkarzinom; Diät; Fett; Lipoproteine; ω-3 fatty acids; colonic neoplasms; diet; fat; lipoproteins

Die Planung einer Krankenhausverpflegung stellt sich als komplexes Entscheidungsproblem dar. Die Verpflegung soll der Gesundheit der Patienten zuträglich sein, deren Ernährungsgewohnheiten entsprechen und im Rahmen der Küchenkapazität hergestellt werden können. In der vorliegenden Arbeit wird am Beispiel der Diätverpflegung für Diabetiker ein computerunterstütztes Modell vorgestellt, das den Entscheidungsträgern im Krankenhaus Hilfestellung bei der Auswahl der Speisen und deren Zusammenstellung zu Menüs bietet. Die Planung erfolgt auf der Basis ernährungs- und haushaltswissenschaftlichen Fachwissens, das im Computer abgebildet und zur Problemlösung genutzt wird.Menu planning in hospitals is a complex decision problem. Patients expect the menu plan to be healthful and in accordance with their nutritional habits. Furthermore, the menu plan must conform to capacity limits of the kitchen. In this paper we present an approach to computerized food selection and menu composition. The model is based on nutritional knowledge, which is represented in the computer and used for problem solving.
Keywords: Verpflegungsplanung; Krankenhausverpflegung; Diabetesdiät; Speisenauswahl; wissensbasiertes System; Menu planning; hospital menu; diabetes diet; food selection; knowledge-based system

In each of two university canteens differing in the use (canteen A) or non-use (canteen B) of iodized salt for food preparation, 15 mostly equal lunch meals were collected for iodide and NaCl analysis. With similar NaCl content, the meals of canteen A contained on average 6.1 µg I/100 g ww (8.5 µg I/g NaCl) more I than the meals of canteen B. Total I intake by consumption of an average meal of canteen A was estimated as 56.5±24.1 µg (canteen B: 17.0±9.9 µg). Consequently, the use of iodized salt in central catering seems to play a more important role in a sufficient I intake than assumed so far.In zwei Universitäts-Großküchen, die für die Nahrungszubereitung jodiertes Speisesalz immer (Mensa A) oder nie (Mensa B) verwendeten, wurden 15 möglichst gleiche Mittagessen gesammelt und auf ihre Gehalte an Jodid und NaCl analysiert. Bei durchschnittlich ähnlichem Kochsalzgehalt enthielt das Essen in Mensa A im Mittel 6,1 µg I/100 g ww (8,5 µg I/g NaCl) mehr Jod als in Mensa B. Die Gesamtjodaufnahme mit einem durchschnittlichen Mittagessen in Mensa A betrug demnach 56,5±24,1 µg (Mensa B: 17,0±9,9 µg). Dem Einsatz von jodiertem Speisesalz in der Gemeinschaftsverpflegung scheint somit eine wichtigere Rolle auf dem Weg zu einer ausreichenden Jodaufnahme zuzukommen als bisher angenommen wurde.
Keywords: Iodine; iodized salt; canteen; lunch meals; sodium chloride; Jod; jodiertes Speisesalz; Großküche; Mittagessen; Natriumchlorid

Buchbesprechungen by K. -J. Moch; M. J. Müller; I. Ehlers; B. Koletzko; H. Kayser; Elke A. Trautwein (245-251).