European Journal of Nutrition (v.33, #2)

Wegen der unterschiedlichen, zum Teil geringen Stabilität der einzelnen Folatvitamere gegenüber extremen Bedingungen bereitet sowohl die analytische Folatbestimmung als auch die Abschätzung der Folatverluste bei der Lebensmittelverarbeitung und-zubereitung erhebliche Schwierigkeiten. Mit Hilfe der HPLC ist es möglich, Aussagen über das native Folatderivatmuster zu treffen. Da die Bioverfügbarkeit der Folate von vielen Faktoren beeinflußt wird und zur Bioverfügbarkeitsbestimmung unterschiedliche Methoden eingesetzt wurden, ist die Inkonsistenz der Ergebnisse erheblich. Mit radioaktiven oder stabilen Isotopen markierte Folate haben neue Wege in Bioverfügbarkeits- und Metabolismusuntersuchungen eröffnet.Because of the unequal and, in some instances, low stability of different folate vitamers against extreme conditions the analytical determination of folate and the estimation of folate losses in food processing and preparation cause considerable difficulties. HPLC allows determination of the native folate derivative patterns. As the bioavailability of folates is influenced by a variety of factors and different methods were employed for assessing bioavailability there is a considerable inconsistency in the results of these studies. Folates labeled with radioactive or stable isotopes provide new approaches to metabolic and bioavailability studies.
Keywords: Nahrungsfolate; Folatanalytik; Folatverfügbarkeit; Folatmetabolismus; Food folates; analysis of folates; folate bioavailability; folate metabolism

27 Mikroorganismen wurden auf ihre Fähigkeit zum Abbau extrazellulärer Purine als alleinige Kohlenstoff-, Stickstoff- und Energiequellen untersucht. Dieser Test umfaßte neben den freien Purinbasen Adenin, Guanin, Xanthin, Hypoxanthin und Urat deren Verbindungen 5′-AMP, 5′-GMP, 5′-XMP und 5′-IMP sowie DNA und RNA. Allgemein betrachtet war nur eine begrenzte Zahl von Mikroorganismen zur Metabolisierung der genannten Substanzen befähigt. Im Vergleich mit den übrigen Spezies wiesParacoccus denitrificans das größte Substratspektrum auf, das sowohl die freien Basen als auch die Mononukleotide umfaßte. Die Polymere DNA und RNA wurden jedoch nicht abgebaut.27 microorganisms were tested for their ability to degrade extracellular purines as sole sources of carbon, nitrogen, and energy. Beside adenine, guanine, xanthine, hypoxanthine, and urate as free purine bases, this test included 5′-AMP, 5′-GMP, 5′-XMP, and 5′-IMP, as well as DNA and RNA as purine compounds. Generally, only a limited number of microbial species was capable of metabolizing the substances named above. Compared to the other species,Paracoccus denitrificans showed the greatest substrate spectrum, including the free bases as well as the mononucleotides. However, the polymers DNA and RNA were not degraded.
Keywords: Gicht; Nahrung; Purinabbau; Mikroorganismen; Gout; nutrition; purine degradation; microorganisms

The effect of the addition of microbial phytase to a diet based on field beans (30 %), wheat (28 %), peas (25 %), and barley (14 %) was studied in a 2-week experiment with 3×8 castrated male, individually housed, hybrid piglets (live weight range 12–16 kg). All diets contained about 4.7 g Ca, 4.2 g P (77 % present as phytate phosphorus), 1.0 g Mg, 60 mg Zn per kg diet, and 17 % crude protein. Group I was fed the basal diet with a native phytase-activity of about 260 U per kg diet. In group II, 350 U, in group III, 700 U of microbial phytase per kg diet were added. The addition of microbial phytase improved the apparent P absorption (% of intake) from 48 % (group I) to 66 % (group II) and 71 % (group III). Comparable positive effects from the phytase treatment were obtained for the calcium utilization. The phytase supplementation also enhanced plasma zinc concentration significantly. The concentration of inorganic phosphorus in plasma, the zinc digestibility, and the magnesium balance were improved in tendency. The utilization of nitrogen remained unchanged.In einem zweiwöchigen Stoffwechselversuch mit 3×8 männlichen kastrierten Hybridferkeln (Lebendmassebereich 12–16 kg) wurde die Wirkung einer Zulage an mikrobieller Phytase zu einer Diät auf der Basis von Ackerbohnen (30 %), Weizen (28 %), Futtererbsen (25 %) und Gerste (14 %) untersucht. Die Diäten enthielten je kg Diät ca. 4,7 g Ca, 4,2 g P (davon ca. 77 % Phytin-P), 1,0 g Mg, 60 mg Zn sowie 17 % Rohprotein. Zum nativen Phytasegehalt von ca. 260 U/kg Diät (Gruppe I) wurden in den Gruppen II und III 350 bzw. 700 U mikrobieller Phytase/kg Diät supplementiert. Durch die Zulage von 350 und 700 U mikrobieller Phytase je kg Diät wurde die scheinbare P-Absorption (in % der Aufnahme) von 48 % in der Kontrollgruppe (Gruppe I) auf 66 % (Gruppe II) und 71 % (Gruppe III) gesteigert. Ähnlich positive Effekte traten bei der Ca-Verwertung auf. Auch die Plasma-Zn-Konzentration wurde durch die Phytasesupplementierung signifikant gesteigert. Die Gehalte an anorganischem Phosphat des Blutplasmas, die scheinbare Zn-Absorption und die Magnesiumverwertung wurden durch die Phytasezulage in der Tendenz erhöht, während die N-Bilanz unbeeinflußt blieb.
Keywords: Phytate; microbial phytase; mineral utilization; protein; pigs; Phytat; mikrobielle Phytase; Mineralstoffverwertung; Protein; Schwein

In der vorliegenden Arbeit wurde der Einfluß von Zinkmangel auf Lipidgehalte und Fettsäurezusammensetzung von Herz und Gehirn bei zwangsernährten Ratten untersucht, die entweder eine Diät mit Kokosfett und Distelöl (86 : 14, w/w) oder eine Diät mit Fischöl und Distelöl (91 : 9, w/w) erhielten. Vier Versuchsgruppen bestehend aus männlichen, wachsenden Sprague-Dawley Ratten erhielten 10 Tage lang täglich 11,6g einer halbsynthetischen Diät mit einem Zinkgehalt von 0,8 mg/kg bzw. 111 mg/kg und Kokosfett/Distelöl bzw. Fischöl/Distelöl als Diätfett über eine Magenschlundsonde. Als Versuchsparameter wurden die Konzentrationen der Lipide im Herzmuskel, die Fettsäurezusammensetzung der Phospholipide im Herzmuskel und die Fettsäurezusammensetzung der Gesamtlipide im Gehirn bestimmt.Zinkmangeltiere, denen die Kokosfettdiät gefüttert wurde, hatten im Vergleich zu den Kontrolltieren, denen die Kokosfettdiät gefüttert wurde, höhere Konzentrationen an Triglyceriden (16,3 mg/g vs. 9,21 mg/g) und Gesamtfettsäuren (29,3 mg/g vs. 21,8 mg/g) im Herzmuskel, während die Konzentrationen der Phospholipide und des Gesamtcholesterins bei beiden Gruppen gleich waren. Bezüglich der Fettsäuren waren die Konzentrationen der Laurinsäure (12 : 0), der Myristinsäure (14 : 0), der Palmitinsäure (16 : 0), der Palmitoleinsäure (16 : 1) und der Ölsäure (18 : 1) am stärksten erhöht. Die Konzentrationen dieser Fettsäuren im Herzmuskel waren bei den Zinkmangeltieren um 65 % bis 192 % höher als bei den Kontrolltieren.Bei den Zinkmangeltieren, die die Fischöldiät erhielten, waren im Gegensatz dazu die Konzentrationen von Triglyceriden, Phospholipiden, Gesamtcholesterin und Gesamtfettsäuren im Herzmuskel im Vergleich zu den Kontrolltieren, die die Fischöldiät erhielten, unverändert. Die Fettsäurezusammensetzung der Herzphospholipide wurde durch Zinkmangel bei Einsatz beider Diäfette nur geringfügig verändert. Der Anteil der Arachidonsäure in den Phospholipiden, der Aufschluß über eine im Zinkmangel eventuell gestörte Desaturation geben sollte, war bei den Zinkmangeltieren, denen die Kokosfettdiät gefüttert wurde, nicht verändert und bei den Zinkmangeltieren, denen die Fischöldiät gefüttert wurde, nur geringfügig vermindert (11,7 % vs. 12,7 %). Dieser Befund läßt darauf schließen, daß Zinkmangel keine wesentliche Störung der Δ-5 und Δ-6 Desaturierung von Linolsäure im Herzmuskel bewirkt.Fettsäuregehalte und Fettsäurezusammensetzung des Gehirnes wurden durch Zinkmangel nicht wesentlich beeinflu . Dies deutet darauf him, daß das Gehirn hinsichtlich seines Fettsäurestoffwechsels gegen Auswirkungen des Zinkmangels zumindest kurzfristig geschützt ist.The present study investigated the effect of zinc deficiency on lipid concentrations and fatty acid composition of heart and brain in force-fed rats receiving either a diet with coconut oil and safflower oil (86 : 14, w/w) or a diet with fish oil and safflower oil (91 : 9, w/w). Four groups of growing male Sprague-Dawley rats were fed 11,6 g of a semisynthetic diet containing either 0,8 mg Zn/kg or 111 mg Zn/kg with either coconut oil and safflower oil or fish oil and safflower oil per day by gastric tube for 10 days. Concentrations of lipids in heart as well as fatty acid composition of heart phospholipids and brain total lipids were determined.Zinc deficient rats fed the coconut oil diet had higher concentrations of triglycerides (16,3 mg/g vs. 9,21 mg/g) and total fatty acids (29,3 mg/g vs. 21,8 mg/g) in heart than control rats fed coconut oil diet, whereas concentrations of phospholipids and total cholesterol were not different between zinc deficient and control rats. Concentrations of lauric acid (12 : 0), myrisitc acid (14 : 0), palmitoleic acid (16 : 1), and oleic acid (18 : 1) were by 65 to 192 % higher in hearts of zinc deficient rats fed coconut oil diet than in control rats fed coconut oil diet.In contrast, concentrations of triglycerides, phospholipids, total cholesterol, and total fatty acids in heart were similar in zinc deficient rats and control rats fed fish oil diet. The fatty acid composition of heart phospholipids was only slightly influenced by zinc deficiency in the rats fed both types of dietary fat. The level of arachidonic acid in phospholipids which may represent desaturation activity was not different in the zinc deficient rats and control rats fed coconut oil diet, and was only slightly reduced in zinc deficient rats fed fish oil diet compared to control rats fed fish oil diet. This finding suggests that zinc deficiency does not impair Δ-5 and Δ-6 desaturation of linoleic acid in heart.Concentrations of fatty acids in brain as well as fatty acid composition of brain total lipids was only slightly influenced by zinc deficiency. This suggests that short-term zinc deficiency does not affect fatty acid metabolism of brain.
Keywords: Zinkmangel; Zwangsernährung; Fettsäurezusammensetzung; Lipide; Herz; Gehirn; Ratte; Zinc deficiency; force feeding; fatty acid composition; lipids; heart; brain; rat

The present study was carried out to investigate the effect of different dietary oils representing special fatty acids which varied in chain length, position and number of double bonds on fatty acid composition of erythrocyte membranes and on the osmotic fragility of rat erythrocytes after incubation in NaCl solutions of different concentrations. For this purpose all animals were initially fed a control diet (CO) containing 10% coconut oil and 0.4% safflower oil for 28 days. After that 10 groups of 10 animals each were switched to test diets for another 20 days in which 50% or 100% of the coconut oil was exchanged for one of the following oils: olive oil (OO 5, OO 10), safflower oil (SFO 5, SFO 10), evening primrose oil (EPO 5, EPO 10), linseed oil (LO 5, LO 10) or salmon oil (SLO 5, SLO 10).The results show that the fatty acid composition of rat erythrocyte membranes was affected by the fatty acid composition of the dietary fats. Rats fed OO 10, EPO 10, LO 5 and LO 10 had a slightly lower concentration of saturated fatty acids (SFA) in erythrocyte membranes than control rats. Groups fed olive oil showed the highest level of monounsaturated fatty acids (MUFA) in the erythrocyte membrane. This increase in MUFA at the expense of SFA and (n-6) polyunsaturated fatty acids (PUFA) was most pronounced with respect to 18:1 and occurred in a dose-dependent fashion. Rats fed SFO, EPO or LO had higher linoleic acid levels in the erythrocyte membrane than control rats. This increase in 18:2 (n-6) was mainly at the expense of 18:1 and occurred in a dose-dependent fashion. The proportion of 20:4 (n-6) did not remarkably change feeding diets with (n-6) PUFA-rich oils. The (n-3) PUFA concentration in the erythrocyte membranes considerably increased, whereas (n-6) PUFA decreased feeding linseed oil or salmon oil rich in (n-3) PUFA. Linseed oil and salmon oil caused similar changes in the membrane, which were more pronounced in rats fed salmon oil than in rats fed linseed oil.The osmotic fragility of erythrocytes was also influenced by dietary oil, respectively fatty acid pattern of the erythrocytes. In almost all NaCl solutions erythrocytes from rats fed the dietary oils were less resistant to hemolysis than those from control rats. These changes became statistically apparent feeding EPO 5, LO 5, LO 10 and SLO 5.In der vorliegenden Studie sollte die Wirkung verschiedener Diätöle auf die Fettsäurezusammensetzung der Erythrozytenmembranen und die Hämolyseresistenz von Rattenerythrozyten untersucht werden. Die ausgewählten Diätöle zeichneten sich durch hohe Gehalte an bestimmten Fettsäuren aus, die sich in Zahl und Stellung ihrer Doppelbindungen unterschieden. Dazu erhielten zunächst männliche Sprague-Dawley Ratten eine Kontrolldiät mit 10% Kokosfett und 0,4% Distelöl über 28 Tage. Im Anschluß daran wurde bei 10 Gruppen die Diät umgestellt und 50 bzw. 100% des Kokosfettes durch Olivenöl, Distelöl, Nachtkerzenöl, Leinöl oder Lachsöl ersetzt und weitere 20 Tage an die Tiere verabreicht.Die Fettsäurezusammensetzung der Erythrozytenmembranen von Ratten wurde durch den Einsatz von Diätölen verschiedener Fettsäurezusammensetzung beeinflußt. Ratten, die OO 10, EPO 10, LO 5 und LO 10 erhielten, wiesen geringfügig niedrigere Konzentrationen an gesättigten Fettsäuren (SFA) in der Erythrozytenmembran auf als Kontrollratten. Tiere mit Olivenöldiät zeigten den höchsten Anteil an Monoenfettsäuren (MUFA) in der Erythrozytenmembran. Dabei stiegen die MUFA abhängig von der eingesetzten Olivenölkonzentration vornehmlich auf Kosten der SFA und (n-6) PUFA. Ratten, deren Diäten SFO, EPO oder LO enthielten, zeigten eine höhere Konzentration an 18:2 (n-6) in der Erythrozytenmembran als Kontrollratten. Dabei verdrängte 18:2 (n-6), abhängig von der eingesetzten Ölmenge, die 18:1 in der Membran. Die Konzentration der 20:4 (n-6) blieb bei Einsatz der (n-6) PUFA-reichen Öle nahezu unverändert. Bei Zulage von (n-3) PUFA-reichem Lein- oder Lachsöl stieg die Konzentration der (n-3) PUFA in der Membran beträchtlich an, während die Konzentration der (n-6) PUFA abfiel. Die Fettsäurezusammensetzung in der Membran veränderte sich bei Einsatz von Lein- oder Lachsöl in ähnlicher Weise, wobei sich der Einfluß von Lachsöl als stärker erwies.Die Hämolyseresistenz der Erythrozyten wurde ebenfalls durch die Diätöle, beziehungsweise durch das Fettsäuremuster der Erythrozyten, beeinflußt. In nahezu allen NaCl-Lösungen war die Hämolyserate der Erythrozyten von Ratten, die die Testöle erhielten, höher als die von Kontrollratten. Die Hämolyseresistenz wurde jedoch nur bei Einsatz von EPO 5, LO 5, LO 10 und SLO 5 statistisch significant verändert.
Keywords: Dietary oils; fatty acids; osmotic fragility; erythrocytes; rat; Diätöle; Fettsäuren; Hämolyseresistenz; Erythrozyten; Ratte

Laudationes (159-161).

Buchbesprechungen by M. J. Müller; K. Beginnen; J. F. Diehl; H. Ketz (164-166).