European Journal of Nutrition (v.26, #4)

Gesamtpuringehalt in ausgewählten Lebensmitteln by G. Wolfram; M. Colling (205-213).
Für die diätetische Behandlung der Hyperurikämie und der Gicht ist die Kenntnis des Gesamtpuringehalts von Lebensmitteln wichtig. Eine neue Methode der enzymatischen Bestimmung der Purine in Lebensmitteln über Harnsäure ermöglicht Routineanalysen. Untersucht wurden eine Vielzahl von Lebensmitteln tierischer und pflanzlicher Herkunft, die aus konventionellen und alternativen Lebensmittelgeschäften sowie Reformhäusern stammen.For the dietary treatment of hyperuricemia and gout, it is necessary to know the total purine content of food. A new method determining the purine content enzymatically, as uric acid, allows routine analysis. Many foods of animal and plant origin were bought in usual or alternative stores and analysed.
Keywords: Purine; Lebensmittel; Harnsäure

In ausgewählten Lebensmitteln (Kalbfleisch, Schweinefleisch, Schweineleber, Schweinemilz und Sojafleisch) wurde der Gesamtpuringehalt sowie der Gehalt der in RNS und DNS gebundenen Purine bestimmt. Die Analysen wurden in denselben Lebensmittelproben im rohen und gegarten Zustand durchgeführt. Durch die Zubereitung kann die Gesamtpurinkonzentration im Lebensmittel durch Wasserverlust ansteigen bzw. durch den übergang von Purinen ins Kochwasser abnehmen. Gleichzeitig werden Nucleinsäuren gespalten und ihr Gehalt vermindert.The total purine content and the content of purines bound in RNA and DNA was determined in selected food (veal meat, pork meat, pork liver, pork spleen, soja meat). Raw and boiled food samples were analysed. During preparation of food the total purine content is changed by losses of water or of purines into cooking water. Simultaneously, a great part of nucleic acids is hydrolysed.
Keywords: gegarte Lebensmittel; Purine; DNS-/RNS-Gehalt

Dietary cottonseed protein and cholesterol metabolism by A. C. Beynen; G. U. Liepa (219-225).
Low-gossypol, glandless cottonseed protein may become a major product for human consumption. In this presentation, the influence of cottonseed protein on several aspects of cholesterol metabolism will be described. Studies with rabbits and rats have shown that dietary cottonseed protein very effectively lowers the concentration of plasma cholesterol when compared to the animal protein casein. No such effect has been found in hamsters, but cottonseed protein may slightly elevate the percentage of serum total cholesterol carried by the high density lipoproteins. There is suggestive evidence that in humans the replacement of animal proteins in the diet by cottonseed protein causes a small decrease in serum cholesterol levels, but more studies are required to substantiate this. In hamsters dietary cottonseed protein effectively suppresses the formation of gallstones when compared to casein. On diets containing cottonseed protein the concentrations of both cholesterol and phospholipids in bile fluid are significantly decreased. We tentatively suggest that the consumption of cottonseed protein will have a favorable effect on cholesterol metabolism.Eiweiß aus Baumwollsamen, das wenig Gossypol enthält, könnte für die Humanernährung ein wichtiges Produkt werden. In diesem Artikel wird der Einfluß von Eiweiß aus Baumwollsamen auf den Cholesterinstoffwechsel beschrieben. Versuche mit Kaninchen und Ratten zeigten, daß Baumwollsameneiweiß die Serumcholesterinkonzentration im Vergleich zum tierischen Eiweiß, Kasein, sehr stark erniedrigt. Dieser Effekt wurde bei Hamstern nicht beobachtet, aber Baumwollsameneiweiß erhöhte den Anteil des Gesamtserumcholesterins in der HDL-Lipoproteingruppe ein wenig. Es gibt Hinweise dafür, daß bei Menschen der Ersatz von tierischem Eiweiß durch Baumwollsameneiweiß in der Nahrung eine geringe Abnahme des Serumcholesterinspiegels verursacht, jedoch sind noch Studien erforderlich, um dies zu untermauern. Bei Hamstern unterdrückt Baumwollsameneiweiß, im Vergleich mit Kasein, die Bildung von Gallensteinen. Bei Diäten, die Baumwollsameneiweiß enthalten, sind sowohl die Konzentration von Cholesterin sowie auch von Phospholipiden in der Gallenflüssigkeit signifikant erniedrigt. Wir vermuten, daß der Konsum von Baumwollsameneiweiß einen günstigen Effekt auf den Cholesterinmetabolismus hat.
Keywords: dietarycottonseed protein; serumcholesterol; gallstones

The blood glucose and plasma insulin responses to test milk samples were studied in eight insulin-dependent diabetics. After an overnight fast, the subjects (aged 20–45 years) were given a breakfast containing two Weetabix biscuits (20 g carbohydrate) with 500 ml of either regular (S) fat-free milk (25 g lactose) or 500 ml of a new low-lactose (D) fat-free milk (3.75 g lactose and 4.25 g fructose). The regular morning insulin dose was omitted. Mean basal plasma glucose level was slightly higher before S milk (11.4 vs. 10.1 mmol/l). The peak increment in plasma glucose was higher in S milk (9.4 vs. 6.6 mmol/l). The rise was 83% above basal (S) vs. 65% (D). Although the final mean plasma glucose concentration was not significantly higher 3 h after S milk compared with D milk (17.9 vs. 14.3 mmol/l) the incremental area under the plasma glucose curve was much greater (p<0.001) with S milk than with D milk (1266±295 units vs. 909±242 units). No galactose was detectable in any sample and there was no difference in plasma Β-hydroxybutyrate levels. The results suggest that the low-lactose fat-free milk (D) may be suitable for diabetic diets and weight reducing diets due to the lower contribution of energy. The results suggest that fat-free milk does not exert a fast action on blood glucose concentration and therefore fat-free milk and especially low-lactose fat-free milk may also prove to be suitable for diabetic diets.Die Reaktionen des Glucosegehaltes im Blut und des Insulingehaltes im Plasma auf die Gabe von Milchproben wurde bei acht insulinabhängigen Diabetikern studiert. Nach Fasten über Nacht wurde den 20–45 Jahre alten Versuchspersonen ein Frühstück verabreicht, das zwei sogenannte Weetabix-Kekse (20 g Kohlenhydrate) sowie 500 ml normale Magermilch mit 25 g Lactose (S-Milch) oder Magermilch mit nur 3,75 g Lactose (+4,25 g Fructose) (D-Milch) enthielt. Die normale morgendliche Insulindosis wurde ausgelassen. Der mittlere basale Glucosespiegel im Plasma war bei den Versuchspersonen, die S-Milch erhielten, geringfügig niedriger als in der anderen Gruppe (11,3 bzw. 10,1 mmol/l). Der Anstieg der Plasmaglucose war nach S-Milch stärker als nach D-Milch (9,4 bzw. 6,6 mmol/l). Obwohl 3 Stunden nach der Ingestion die mittleren Plasmaglucosekonzentrationen sich nicht signifikant unterschieden (17,9 bzw. 14,3 mmol/l), war doch die Fläche unter der Kurve für die Plasmaglucose bei S-Milch-Gabe viel größer (p<0,001) als nach D-Milch (1266±295 Einheiten gegenüber 909±242 Einheiten). In keiner Probe konnte Galactose gefunden werden; auch lag kein Unterschied im Β-Hydroxybutyratgehalt vor. Die Ergebnisse zeigen, daß lactosearme Milch für Diabetiker- und Reduktionsdiäten geeignet ist. Sie ruft keine schnellen änderungen der Blutglucosekonzentrationen hervor.
Keywords: bloodglucose; galactose; low-lactosemilk; insulin-dependentdiabetes

Einfluß einer ovo-laktovegetarischen Kost auf Ernährungs- und Blutstatus by W. Wirths; Ch. Rehage-Thönes; N. Bönnhoff; U. Passelewitz (230-249).
Ziel der Untersuchung war der Vergleich einer ovo-laktovegetarischen Ernährung mit üblicher Mischkost (Heimverpflegung) auf Ernährungs- und Blutstatus.Nach einer Pilotstudie erfolgten zwei dreiwöchige Versuchsperioden mit 34 bzw. 33 Probanden, davon jeweils drei Männern. Während der 1. Erhebungsperiode (N) erhielten die Probanden ihre gewohnte Mischkost, während der 2. Erhebungsperiode (L) eine ovo-laktovegetarische Kostform.Die weiblichen Vpn waren im Durchschnitt 52,6±14,3 Jahre alt, die männlichen 47,7±12,7 Jahre. Die Verpflegung der Probanden in beiden Erhebungsperioden erfolgte aus der Zentralküche eines Klosters.Das Lebensmittelangebot wurde bei der Speisenzubereitung nach der präzisen Wiegemethode erfaßt. Außerdem erfolgte eine Erhebung des individuellen Lebensmittelverzehrs aller Probanden nach der Protokollmethode. Die ernährungsphysiologische Auswertung basiert auf der täglichen Energie- und Nährstoffzufuhr der Probanden, um diese mit der empfehlenswerten Höhe der Nährstoffzufuhr zu überprüfen.Zu Beginn von Periode N sowie zu Beginn und am Ende von Periode L erfolgten Blutuntersuchungen in bezug auf: Serumglukose, -harnsäure, -kalium, Gesamteiweiß, Gesamtcholesterin, HDL-, LDL-, VLDL-Cholesterin, Triglyzeride, Serumferritin, Serumeisen, Eisenbindungskapazität, Hämoglobin, s-GOT, S-GPT, Vit. B1, Vit. B2 und Vit. C. Die Ergebnisse werden diskutiert.Bestimmungen von Körpermasse und -länge, Körperzusammensetzung, Hautfaltendicken- und Umfangmessungen, Körperoberfläche, Relativgewicht, Blutdruck und Sitzpulsfrequenz ergänzten die Untersuchungen.Weiterhin wurden die Mahlzeitenfrequenz sowie der individuelle Energiebedarf je Tag der Probanden mittels Arbeitsablaufstudien fortlaufend bestimmt.An Energie nehmen die Frauen im Durchschnitt je Tag 2020±611,3 kcal mit Kostform N, 1970±592,4 kcal mit Kostform L auf. Daraus folgt eine Energiebedarfsdeckung von 103% in der N-Periode, von 99% in der L-Periode. Die Energie setzt sich zusammen aus 14% Protein, 36,4% Fett und 49,6% Kohlenydraten in der Periode L, in der Periode N 13,6% Eiweiß, 39,6% Fett, 44,7% Kohlenhydraten sowie 2,1 % Alkohol.The purpose of the study was to investigate the physiological assessment of a lacto-ovo-vegetarian diet, in comparison to a usual mixed diet and to analyse the effect of a lacto-ovo-vegetarian diet on nutritional status and blood parameters.Following an initial study, 34 resp. 33 subjects, three of them male took part in two investigation periods each lasting three weeks. During the first period (N) the subjects ingested the normal mixed diet, while in the second period (L) they were fed a lacto-ovo-vegetarian diet.The female subjects were aged 52.6±14.3 years, the male subjects 47.7±12.7 years. In both periods food supply ensued from the central kitchen of a nunnery.While preparing the meals, the food intake and the amount of nutrients was assessed with precise weighing methods. Also, the individual food consumption of the total subjects was estimated using food records. The nutritional physiological evaluation was based on the daily consumption of energy and nutrients to assess the nutrient supply, by means of the recommended dietary allowances of the German Nutrition Society.At the beginning of period N and both at the beginning and the end of period L, blood tests of the following parameters were performed: serum glucose, uric acid, and potassium, total protein, total cholesterol, HDL-, LDL-, VLDL-cholesterol, triglycerides, serum ferritin, serum iron, iron binding capacity, hemoglobin, s-GOT, s-GPT, thiamine, riboflavine, ascorbic acid.Measurements of body weight and height, body composition, skinfold thickness, circumferences, body surface, relative weight, blood pressure and sitting pulse rate completed the investigations. Furthermore, meal frequency and the daily individual energy requirement of the subjects were assessed by means of a diary of energy expenditure.On average, the daily energy consumption of women was 2020±611.3 kcal in period N, and 1970±592.4 kcal in period L. Consequently, there was a covering of energy requirements of 103% in period N and 99% in period L. Sources of energy consisted of 14% protein, 36,4% fat and 49,6% carbohydrates in period L, 13.6 % protein, 39.6% fat, 44.7% carbohydrates and 2.1% alcohol in period N.
Keywords: ovo-laktovegetarische Kost; Verzehr an Lebensmitteln; Nährstoffversorgung; Blutstatus

Aufgrund des hohen Phytatgehaltes ist die Bioverfügbarkeit von Zink in Getreidevollkornprodukten im Vergleich zu tierischen Nahrungsmitteln deutlich herabgesetzt. In dreiwöchigen Fütterungsversuchen an wachsenden Ratten wurde geprüft, wie sich eine Reduzierung des Phytatgehaltes in Vollkornprodukten aus Roggen und Weizen auf Wachstum, Zinkgehalt in Femur und Blutserum sowie auf die Aktivität der alkalischen Phosphatase im Blutserum auswirkt. Die Reduzierung des Phytats erfolgte mit Hilfe der getreideeigenen Phytaseaktivität. Durch die getroffenen Maßnahmen verringerte sich der molare Phytinsäure/Zink-Quotient in den Vollkornprodukten von 27–37 auf 3–18. Alle 4 untersuchten Parameter zeigten eine signifikante Verbesserung der Zinkverfügbarkeit mit abnehmendem Phytinsäure/Zink-Quotienten. Die übertragbarkeit dieser Ergebnisse auf den Menschen sowie die Eignung des Phytinsäure-Zink-Quotienten als Indikator für die Zinkverfügbarkeit in Nahrungsmitteln werden diskutiert.Due to its high phytate content, the bioavailability of zinc in whole meal cereal products is distinctly lower as compared to foods of animal origin. The effect of reducing the phytate content of cereal products made from rye and wheat on growth, zinc content of femur and blood serum, as well as on the activity of serum alkaline phosphatase was investigated during a 3-week feeding trial in growing rats. The reduction of phytate was achieved by controlling the phytase activity originally present in cereals. By these treatments, the molar phytic acid/zinc ratio in the cereal products was reduced from 27–37 to 3–18. The four parameters under investigation showed a significant improvement in zinc bioavailability with decreasing phytic acid/zinc ratios. The relevance of these results for man and the value of the molar phytic acid/zinc ratio as an indicator of the bioavailability of zinc in foods are discussed.
Keywords: Roggen- und Weizenvollkornprodukte; Zinkverfügbarkeit, Phytatreduzierung; alkalischePhosphatase; Femurzink; Serumzink

Bei 9 gesunden Probandinnen wurde über einen Zeitraum von 14 Tagen ein lactathaltiges Getränk aus Getreide in einer Dosis von 1,4 l/Tag verabreicht. Das Getränk wurde gut vertragen. Auffallend war ein selektiver signifikanter Abfall der Cholesterinwerte von 193±21 mg/dl auf 165±16 mg/dl (p<0,01). Die Konzentrationen für die Elektrolyte Kalium, Calcium und Magnesium stiegen in den Normalbereich an. Die Kaliumkonzentration erhöhte sich von 3,7±0,8 mmol/l auf 4,3±0,2 mmol/l (p<0,01). Die Calciumkonzentration stieg zwar geringgradig, aber doch in allen Fällen: Die Ausgangskonzentration betrug 2,40±0,1 mmol/l, die Endkonzentration 2,50±0,1 mmol/l. Die Magnesiumausgangswerte betrugen 0,86±0,10 mmol/l, die Endwerte 0,90±0,04 mmol/l. In allen Fällen kam es zu einem milden Anstieg der Serum-Magnesiumwerte. Das periphere Blutbild, die Retentionswerte für Harnsäure und Kreatinin, der Blutzucker und die Enzyme des Leberstoffwechsels blieben unverändert.Nach unseren Untersuchungen kann das milchsäurehaltige Gärungsprodukt aus Brotgetreiden als gut verträgliches Getränk angesehen werden.Nine healthy women received a new type of beverage over a period of 14 days. The daily dose was 1400 ml containing 14 g lactate. Acceptance was good. Blood cholesterol dropped from 193±21 mg/dl to 165±16 mg/dl (p<0.01). Blood potassium increased from 3.7±0.8 mmol/l to 4.3±0.2 mmol/l (p<0.01). Magnesium and calcium, however, showed a significant augmentation. No metabolic side effects were observed.
Keywords: neuartigesGetränk; їrkung vonLactat; Elektrolyte; Cholesterin