European Journal of Nutrition (v.26, #2)

Dietary acetate and cholesterol metabolism in rats by A. C. Beynen; A. G. Lemmens (79-83).
Rats were fed either cholesterol-free or high-cholesterol (1%, w/w) semipurified diets containing acetate (0.5%) or cholestyramine (0.44%) or both compounds for 29 days. The bile-acid binding resin, cholestyramine, did not affect serum and liver cholesterol, irrespective of whether the diet was cholesterol-free or contained cholesterol. In the cholesterol-free diets, acetate tended to lower the concentration of serum cholesterol, but did not influence liver cholesterol. When the diets contained cholesterol, acetate lowered liver cholesterol concentrations by about 20 % both in the presence and absence of cholestyramine. Acetate did not affect the excretion of bile acids in feces. The mechanism by which acetate may partly counteract the increase in liver cholesterol seen after cholesterol feeding of rats, remains to be established.Während 29 Tagen wurden an Ratten entweder cholesterinfreie oder cholesterinreiche (1 g/100 g) halbgereinigte Diäten, die Acetat (0,5 g/100 g) oder Cholestyramin (0,44 g/100 g) oder beides enthielten, verabreicht. Der Gallensäurebinder Cholestyramin hatte keinen Einfluß auf Serum- und Lebercholesterin, unabhängig davon, ob die Diät cholesterinfrei oder cholesterinreich war. Bei den cholesterinfreien Diäten tendierte das Acetat dazu, die Serumcholesterinkonzentration zu erniedrigen, aber beeinflußte nicht das Lebercholesterin. Bei den cholesterinreichen Diäten erniedrigte das Acetat die Lebercholesterinkonzentration um etwa 20 % sowohl in Anwesenheit als Abwesenheit von Cholestyramin. Acetat hatte keinen Einfluß auf die Ausscheidung von Gallensäuren im Kot. Der Mechanismus, womit Acetat der cholesterininduzierten Erhöhung der Lebercholesterinkonzentration bei Ratten teilweise entgegenwirkt, sollte noch erforscht werden.
Keywords: dietaryacetate; cholestyramine; serumcholesterol; livercholesterol; fecal bileacids; rats

20 Frauen und 20 Männer mit nicht insulinpflichtigem Diabetes mellitus wurden hinsichtlich ihrer Ernährungsgewohnheiten untersucht.Die Männer waren im Durchschnitt 54±8 Jahre alt, sie hatten eine Größe von 177±5 cm und ein Körpergewicht von 86±9 kg. Das durchschnittliche Alter der Frauen betrug ebenfalls 54±5 Jahre, die Größe 164±7 cm und das Körpergewicht 83±18 kg. Die durchschnittliche Diabetesdauer lag in beiden Kollektiven bei 7 Jahren. Alle Patienten unterzogen sich freiwillig einer detaillierten Ernährungsanamnese. Bei allen Personen war im Verlaufe ihrer Erkrankung bereits eine Ernährungsberatung durchgeführt worden.Der Blutzucker-Nüchternwert bei der stationären Aufnahme betrug bei Frauen 176±75 mg/dl, bei Männern 149±48 mg/dl. Entsprechend den höheren Blutzuckernüchternwerten lag auch der HbA-1-Wert mit 10,2±2,2 % bei Frauen höher als bei Männern, welcher hier nur 8,9±2,0 % betrug.Die Energieaufnahme betrug bei Männern 2180±460 Kalorien/Tag. Die Männer verzehrten im Durchschnitt 192±57 g Kohlenhydrate (38+7%), 93±20 g Eiweiß (19±3 %) und 96±25 g Fett (43±7%). Die Ballaststoffaufnahme betrug bei Männern 33±21g/Tag.Die Zufuhr von gesättigten Fettsäuren lag bei 37±11 g/Tag, während nur 14±5 g Polyensäuren/Tag verzehrt wurden. Die P/S-Quotient betrug 0,4±0,2. Die Cholesterinaufnahme mit der täglichen Kost wurde mit 396±165 mg bestimmt.Die Frauen verzehrten im Durchschnitt 1800±530 Kalorien. Die Kohlenhydrataufnahme betrug 154±46 g/Tag (37±6%). Der Proteinkonsum lag bei 82±21 g/Tag (20±4%), die Fettaufnahme betrug 82±32 g/Tag (43±6%). Die Zufuhr von gesättigten Fettsäuren mit der Nahrung lag bei 33±14g/Tag, die von Polyensäuren nur bei 11±5g/Tag. Der P/S-Quotient lag bei 0,4±0,2. Die Cholesterinaufnahme mit der Nahrung wurde mit 341±118 mg/Tag berechnet.Eine marginale Versorgung für Elektrolyte, Spurenelemente und Vitamine wurde häufig gefunden. Geordnet nach der Reihenfolge ergab sich eine unzureichende Versorgung bei den Männern für die Pantothensäure (75%), für Vitamin D (70%) und für Folsäure (60%). Bei Frauen hatten 90% eine marginale Versorgung für Folsäure, 85% eine Unterversorgung von Pantothensäure und 80% eine Unterversorgung für Vitamin D.Die derzeit praktizierte Diabetes-Diät kann als fettreich, cholesterinreich und kohlenhydratarm sowie ballaststoffarm bezeichnet werden. Wegen des hohen Fettanteils von 43% der gesamten Kalorien und des ungünstigen Fettsäuremusters muß sie als atherogen bezeichnet werden.Forty patients with non-insulin-dependent diabetes mellitus (NIDDM) were investigated regarding their individual diet history, including dietary pattern and dietary habits. The energy intake in men was 2,180±460 kcal/day. The carbohydrate content was 192±57 g/day (38+7 %), protein 93±20 g/day (19+3%) and fat 96±26g/day (43±7%). Nutritional intake of saturated fatty acids was 37±11 g/day, whereas the intake of polyenic acid was 14±5g/day. Thus the p/s-quotient was 0.4±0.1. The cholesterol intake amounted to 396±165 mg/day. The dietary fibre content was 33±21 g/day.The caloric intake of women was 1,800 kcal/day. The daily amount of carbohydrate was 154±46 g/day (37±6%), of protein 82±21g/day (20±4%), of fat 82±32g/ day (43±6%). Saturated fatty acids were 33±14g/day, polyenic acid 11±5g/day, the p/s-quotient 0.4±0.2. The cholesterol intake was calculated to be 341±118 mg/ day. The supply of electrolytes, trace elements and vitamins was often marginal.We found that usually practiced diabetes diet is too fatty, rich in cholesterol and poor in carbohydrate and fibre. As a result of the high amount of fat, which comprises 43% of the total calories and the low p/s-quotient of 0.4, the diet must be considered atherogenic.
Keywords: Ernährung beiDiabetes; Kohlenhydrate; Fette; Eiweiß; Vitamine

Three samples of edible grade cottonseed flour (cosf) were utilized each in 5%, 10% and 15% mixtures with Saudi wheat flour for bread making.Addition of cosf increased water absorption of the dough. Times of dough mixing, stability and break-down were slightly increased at the low addition level, but adversely shortened at the higher levels, where mixing tolerance was doubled or tripled. Up to 5%–10% of cosf could be tolerated without deleterious effect on dough properties or bread quality, depending on the source of the additive and method of preparation. An increase of 25%–50% in protein content of bread was expected.Baumwollsaatmehl (eßbare Qualität) wurde in Anteilen von 5, 10 und 15% einem saudiarabischen Weizenmehl zur Brotbereitung zugemischt. Dies führte zu einem Anstieg der Wasserbindung des Teiges. Die Zeiten zur Teigbereitung, die Teigstabilität und das Abreißverhalten wurden mit niedrigen Zusatzmengen geringfügig erhöht; die höheren Zusatzmengen hatten umgekehrte Wirkung. Ein Zusatz von 5–10% Baumwollsaatmehl konnte bezüglich Teigeigenschaften und Brotqualität toleriert werden; die Qualität des zugesetzten Produktes war allerdings maßgebend. Auf diese Weise konnte eine Erhöhung des Proteingehaltes der Brote um 25–50% erreicht werden.
Keywords: cottonseedflour; wheatflour; bread making

In Modellexperimenten wurden Änderungen von Nährwertkennzahlen des Fleisches unter dem Einfluß einer Interaktion oxidierter Fette mit Eiweißen untersucht. Parameter waren die Verdaulichkeit der Eiweiße, die Empfindlichkeit des Bindegewebes gegenüber Thermohydrolyse, Änderungen im Gehalt an essentiellen Aminosäuren sowie Änderungen des RNV-Koeffizienten des Eiweißes. Als Fleischsubstrat dienten ein Muskelgel- und ein Bindegewebspräparat. Fettsubstrate waren der Methylester der Linolsäure und Produkte seiner Oxidation. Es wurde festgestellt, daß Reaktionen der Oxidationsprodukte von Methyllinoleat mit Fleischeiweißen eine Quervernetzung der Eiweißstoffe bewirkten. Hexanal und Hydroperoxide des oxidierten Methyllinoleats beeinflußten die Abnahme der Verdaulichkeit der Muskeleiweiße und den Prozeß der Thermohydrolyse des Kollagens. Eiweiße von pasteurisierten Gelen wiesen Verluste an essentiellen Aminosäuren auf, was sich in einer Verminderung ihres (am Werte des Koeffizienten RNV gemessenen) Nährwertes niederschlug.Changes in the nutritive value of meat under the influence of an interaction between oxidized fats and proteins were studied in model experiments. Parameters were the digestibility of protein, sensitivity of tissue against thermohydrolysis, changes in the content of essential amino acids and in the RNV coefficient of the protein. Muscel gel and tissue served as meat substrates, methyl ester of linoleic acid and its oxidation products were used as fat substrates. It has been found that reactions of the oxidation products of methyl linoleate with meat proteins lead to a crosslinking of proteins. Hexanal and hydroperoxide of the oxidized methyl linoleate influence the decrease in digestibility of muscle protein and the thermohydrolysis of the collagen. Proteins of pasteurized gels showed losses in essential amino acids, which corresponded to a lower nutritive value (determined in the RNV coefficient).
Keywords: Eiweiß-Fett-Komplexe; Thermohydrolyse desKollagens; essentielleAminosäuren des Fleisches; RNV

The effect of maternal vitamin A restriction on the biochemical development of the lung in rats has been studied. The vitamin A status of dams has been varied by supplying low, medium and adequate amounts of vitamin A (6, 40 and 100 μg retinol/day/kg body weight, respectively) during pregnancy and suckling. The results demonstrate that the restricted supply of vitamin A to the mother affected the growth and development of the lung in parameters of tissue weight, DNA and protein levels and their biosynthesis from respective labelled precursors, RNA contents, cell number and cell size.Der Einfluß einer Beschränkung der Vitamin-A-Zufuhr für das Muttertier auf die biochemische Entwicklung der Lunge des Jungtieres wurde bei Ratten untersucht. Der Vitamin-A-Status der Muttertiere wurde durch niedrige, mittlere und adäquate Gaben von Vitamin A während Trächtigkeit und Säugezeit variiert (6, 40 und 100 μg Retinol/Tag/kg Körpergewicht). Die Ergebnisse zeigen, daß die Beschränkung der Vitamin-A-Zufuhr für das Muttertier das Wachstum und die Entwicklung der Lunge in bezug auf Gewicht, DNA- und Proteingehalt und -biosynthese aus markierten Vorstufen, RNA-Gehalt, Zellgröße und Zellzahl beeinflussen.
Keywords: lung; development; vitamin A; DNA; RNA; protein; rat

Human vitamin C requirements by H. Gerster (125-137).
The importance of vitamin C is reflected in its multifunctional roles which include participation in collagen and carnitine syntheses, promotion of iron absorption and the more recently discovered participation in noradrenaline synthesis, inactivation of free radical chain reactions, prevention of N-nitroso compound formation and more. Given the many extra-antiscorbutic functions of the vitamin, the Recommended Dietary Allowances (RDA) should not just prevent deficiency disease but should aim at providing sufficient amounts for all vitamin C-dependent functions to operate at full capacity. The concept of vitamin C tissue saturation is best able to meet this demand. The use of kinetic models has shown that the body pool is saturated with a daily intake of 100 mg vitamin C in non-smokers and 140 mg in smokers, amounts that may be regarded as optimal RDA values.Certain disease states may be accompanied by still higher vitamin C requirements but the exact amounts are not yet known.Die Bedeutung von Vitamin C für den menschlichen Organismus wird aus den wichtigen Funktionen ersichtlich, an denen das Vitamin beteiligt ist, wie zum Beispiel Kollagen- und Karnitinsynthesen. In neuerer Zeit entdeckt wurde seine Rolle bei der Noradrenalinsynthese, der Inaktivierung von freien Radikalen sowie der Verhinderung der Nitrosaminbildung. Die Vielfalt dieser Vitamin-C-abhängigen Funktionen läßt erkennen, daß die Bedarfsfestsetzung für Vitamin C nicht nur die Verhütung der Mangelkrankheit Skorbut anvisieren, sondern auch berücksichtigen sollte, daß alle diese Funktionen jederzeit genügend Vitamin C zur Verfügung haben müßten, um optimal reagieren zu können. Das Konzept der Gewebesättigung kommt diesem Ziel am nächsten.Studien mit einem kinetischen Modell haben ergeben, daß eine Sättigung mit täglicher Einnahme von 100 mg Vitamin C bei Nichtrauchern und von 140 mg bei Rauchern eintritt, Mengen, die als optimale Werte gelten können. Bei verschiedenen Krankheiten dürfte der Bedarf höher sein; die genauen Mengen müssen jedoch erst noch ermittelt werden.
Keywords: vitamin C; functions; kinetics; pool; saturation; requirements; RDA

Free glucose was assayed in the caecal contents of rats. Whereas control animals had < 60 nmol glucose per g of caecal contents, 230 nmol glucose/g caecal contents were determined 3 hours after the administration of 300 mg Palatinit® by gastric intubation. In contrast to an earlier report (8), caecal fluid thus contained less than 3% of the glucose concentration of 11 μmol/ml claimed to occur after Palatinit® administration by these authors (8). Since the anaerobic fermentation capacity for glucose by the caecal contents of rats amounted to at least 630 nmol glucose/min × g fresh weight at 37 °C, only the low glucose concentrations reported above are plausible.Der Zäkuminhalt von Ratten enthält nach 24 Stunden Fasten < 60 nmol Glucose/g; gibt man solchen Tieren 300 mg Palatinit® mit Magensonde, so steigt 3 Stunden später die Glucosekonzentration auf 230 nmol/g. Im Gegensatz zu einer früheren Literaturangabe (8), wonach 11 μmol Glucose/ml Zäkumflüssigkeit nach Palatinit®-Gaben vorkommen sollen, werden also weniger als 3% tatsächlich gefunden. Die anaerobe Fermentationsrate des Zäkuminhalts von Ratten beträgt > 630 nmol Glucose/min × g bei 37 °C; dieser Wert macht nur die hier beschriebene niedrige Glucosekonzentration plausibel.
Keywords: caecum; glucose; intestinalfermentation; Palatinit®