European Journal of Nutrition (v.24, #2)

Einfluß des Zinkgehalts im Futter auf die Cadmiumretention in Leber und Nieren beim Hühnerküken by B. Bundscherer; W. A. Rambeck; W. E. Kollmer; H. Zucker (73-78).
In einem Versuch mit Hühnerküken wurde der Einfluß einer unterschiedlichen Zinkversorgung auf die Cadmiumretention in Leber und Nieren untersucht. Es wurden Cadmium- und Zinkkonzentrationen im ernährungsphysiologisch relevanten Bereich eingesetzt.Mit steigendem Cadmiumgehalt im Futter erhöhte sich auch die Cadmiumkonzentration in den Organen. In der Leber wurden etwa halb so hohe Konzentrationen gemessen wie in den Nieren. Der Gesundheitszustand und die Mastleistung der Küken blieben vom Cadmiumgehalt des Futters unbeeinflußt.Es bestand eine deutliche Abhängigkeit der Cadmiumretention in Leber und Nieren vom Zinkgehalt des Futters. Bei adäquater Zinkversorgung (Zusatz von 50 mg Zink/kg Futter) wurden in den Organen gegenüber marginaler Zinkversorgung (ohne Zinkzusatz) um bis zu 40 % verminderte Cadmiumrückstände beobachtet. Eine Überversorgung mit Zink konnte diesen Effekt nicht verstärken.The influence of zinc content in the diet on cadmium retention in the liver and kidney was studied in growing chicks. Cadmium and zinc concentrations used were similar to those occurring in normally feeds.Increasing cadmium levels in feeds resulted in increasing cadmium concentrations in organs. The cadmium levels in liver were about half as high as in kidneys. Physical conditions and growth rate of the chicks remained unaffected by the cadmium feeding.Cadmium retention in liver and kidneys was related to the zinc content of the diet. Feeding zinc-deficient diets resulted in a 40% higher cadmium retention than feeding adequate zinc diets (50 mg/kg). Excessive zinc levels had no additional effect on cadmium retention.
Keywords: Cadmium; Zink; Retention; Futter; Hühnerküken

Ziel dieser Arbeit war es, zu zeigen, ob die Aktivität des zinkabhängigen Enzyms alkalische Ribonuclease in zinksensitiven Geweben Rückschlüsse auf den Zn-Versorgungsstatus zuläßt. Hierzu wurden 27 entwöhnte männliche Sprague-Dawley-Ratten in drei Gruppen zu je 9 Tieren eingeteilt. Dabei standen einer Zn-Mangelgruppe, die eine Diät mit einem Zn-Gehalt von 3 ppm zur freien Verfügung erhielt, eine Pair-fed sowie eine Ad-libitum-Kontrollgruppe mit einem Diät-Zn-Gehalt von jeweils 60 ppm gegenüber. Nach 22 Versuchstagen wurden die Tiere getötet, die Zink- und Proteingehalte sowie die Aktivität der alkalischen Ribonuclease in Serum, Hoden, Femur, Urin, Leber und Nieren bestimmt.Obwohl die Zn-Konzentrationen in Serum, Hoden, Femur und Nieren der Mangeltiere signifikant erniedrigt waren, zeigte die alkalische Ribonuclease nur in den Nieren eine erhöhte, in den Hoden jedoch eine reduzierte und in Serum, Femur, Urin und Leber eine unveränderte Aktivität. Die Proteinkonzentration war in Serum und Femur infolge des Zn-Mangels erniedrigt, wogegen die Abnahme in Hoden, Leber und Nieren der verminderten Futteraufnahme zugeschrieben werden mußte. Die Wirkung des Diät-Zn-Mangels auf die Aktivität der alkalischen Ribonuclease war also mehr die Folge einer veränderten Futteraufnahme und Wachstumsrate als eines direkten Effektes von Zink auf das Enzymsystem. Somit scheidet die Aktivitätsbestimmung der alkalischen Ribonuclease als Parameter zur Diagnose der Zn-Versorgung und des Zn-Mangels aus.The purpose of this paper was to show whether the activity of the zinc-dependent enzyme alkaline ribonuclease in zinc-sensitive tissues allows conclusions to be drawn on the Zn supply status. For this 27 weaned male Sprague-Dawley rats were divided into three groups of 9 animals each. A Zn deficiency group, which was given a diet with a Zn content of 3 ppm ad libitum, was compared to a pair-fed and an ad libitum control group with a Zn content in the diet of 60 ppm each. After 22 trial days the animals were killed, and the zinc and protein contents as well as the activity of the alkaline ribonuclease in the serum, testicles, femur, urine, liver, and kidneys were determined.Although the Zn concentration in the serum, testicles, femur, and kidneys of the deficiency animals were significantly reduced, the alkaline ribonuclease showed an increased activity only in the kidneys, in the testicles the activity was reduced, and in the serum, femur, urine and liver it remained unchanged. The protein concentration in serum and femur was reduced because of Zn deficiency, whereas the decrease in testicles, liver and kidneys must be attributed to the reduced feed intake. The influence of the dietary Zn deficiency on the activity of the alkaline ribonuclease was therefore more the result of an altered feed intake and growth rate than a direct effect of zinc on the enzymatic system. Therefore the determination of the activity of the alkaline ribonuclease can be excluded as a parameter for the diagnosis of Zn supply and Zn deficiency.
Keywords: Zn-Mangel; alkalische Ribonuclease Aktivität

Unter Verwendung eines Creusot-Loire Doppelschnecken-Extruders (Typ BC 45) wurden Sojaschrot und Roggenvollkornschrot bei unterschiedlichen Prozeßparametern (12 % und 18 % Wassergehalt im Rohmaterial, 129 °C und 165 °C Massetemperatur bei Sojaschrot, 12 % und 18 % Wassergehalt im Rohmaterial und 165 °C Massetemperatur bei Roggenvollkornschrot, Schneckenumdrehungsgeschwindigkeit für alle Proben 150 U/min) zu Extrudaten verarbeitet. Die ernährungsphysiologische Proteinqualität (scheinbare Proteinverdaulichkeit PV, Nettoproteinverwertung NPU und Biologische Wertigkeit BW) der Extrudate wurde im Stickstoffbilanzversuch an wachsenden Ratten geprüft. Im Vergleich zum unbehandelten Ausgangsprodukt wurde keine Verminderung der PV und der NPU in Sojabzw. Roggenvollkornschrotextrudaten beobachtet. Die Extrusion von Sojaschrot bei 165°C und 18 % Wassergehalt bewirkte eine geringe, aber signifikante Herabsetzung der BW von 68 % auf 64 %. Ein geringerer Wassergehalt in der Rohware (12 %) bewirkte eine leichte Erhöhung der PV in Sojaextrudaten und der NPU und BW in Roggenvollkornschrotextrudaten.Die Ergebnisse lassen erkennen, daß die Extrusion von Sojaschrot und Roggenvollkornschrot bei niedrigem Wassergehalt und Temperaturen bis 165 °C ein schonendes Verfahren darstellt, bei dem die Proteinqualität des Ausgangsmaterials in vollem Umfang erhalten bleibt.Using a Creusot-Loire twin-screw extruder (Type BC 45), ground soy bean and whole rye meal were extruded under various processing conditions (12 % and 18 % water content in the raw material, 129 °C and 165 °C product temperature in the case of soy bean, 12 % and 18 % water content, 165°C product temperature in the case of rye, screw speed of 150 R/min, for all samples). The nutritional protein quality (apparent protein digestibility PV, net protein utilization NPU, and biological value BW) of the extrudates was determined by the nitrogen balance technique in growing rats. Compared to the untreated raw material no decrease in PV or NPU was noted for extrudates made from soy bean or rye. Extrusion of ground soy bean at 165°C and 18 % water content caused a significant decrease of BW from 68% to 64%. The lower water content (12%) induced a slight improvement of PV in soy extrudates and of NPU and BW in rye extrudates.The results indicate that the extrusion at low water content and moderate temperature can safely be used to process ground soy bean and whole rye meal without any damage to the nutritional protein quality.
Keywords: Kochextrusion; Sojaschrot; Roggenvollkornschrot; Stickstoffbilanz; Ratten

58 outpatients with a serum creatinine between 6–10 mg/dl received a low protein diet (LPD) with 30 g protein/day, supplemented with essential amino acids (EAA) or their keto analogues (KA). Group A (n=19) was given an EAA/KA supplement according to the pattern proposed by Rose and group B (n=39) received a preparation with an increased amount of KAs of branched chain amino acids (BCKA), as recommended by Walser. At the start of treatment with a LPD supplemented with either of the two supplements and after 6 months of treatment we assessed: plasma branched chain amino acids (BCAA), renal function, nutritional status, and bone metabolism. After six months of dietary treatment the results showed in group B in contrast to group A an improvement of nutritional status (body weight increased, urea decreased, and BCAA normalized). The same was true for bone metabolism (significantly lower phosphate levels, increased calcium values). In both groups progression of chronic renal failure slowed down, but the delay was more pronounced in group B. All results were statistically significant (p<0.01).58 ambulante Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz (Serumkreatinin 6–10 mg/dl) erhielten eine eiweißreduzierte Diät (30 g), substituiert mit essentiellen Aminosäuren (EAS) bzw. deren Ketoanalogen (KS). Gruppe A (n=19) erhielt Substitutionspräparat A mit einer Zusammensetzung entsprechend dem Rose-Schema, Gruppe B (n=39) erhielt das Substitutionspräparat B mit einer höheren Konzentration an verzweigtkettigen KS, entsprechend den Vorschlägen von Walser. Zu Beginn und nach Beendigung der Untersuchungsperiode von 6 Monaten wurden neben den Plasmakonzentrationen der verzweigtkettigen Aminosäuren Parameter der Nierenfunktion, des Ernährungsstatus und des Knochenstoffwechsels bestimmt. Die Ergebnisse zeigten, daß ein höherer Anteil an verzweigtkettigen EAS/KS (Gruppe B) in der Substitution eine Verbesserung ergab bezüglich des Ernährungsstatus. Es kam zu einem Anstieg des Körpergewichts, zu einem Abfall des Serumharnstoffs und zu einer Normalisierung der Plasma-Aminosäuren. Die Veränderungen bezüglich der renalen Osteopathie waren in Gruppe B deutlich geringer: Die Konzentrationen von Serumphosphat und alkalischer Phosphatase fielen ab, die Calciumwerte stiegen an. In beiden Gruppen ergab sich eine verlangsamte Progression der chronischen Niereninsuffizienz, die in Gruppe B deutlicher ausgeprägt war. Sämtliche hier genannten Ergebnisse waren statistisch signifikant (p<0,01).
Keywords: chronic renal failure; low protein diet; supplementation; branched chain amino acids

8 gesunde Personen erhielten über einen Zeitraum von 3 Wochen eine neue bilanzierte, eiweißreiche Trink- und Sondennahrung für Diabetiker (Nutricomp D). Ab der zweiten Woche erhielten die Probanden zusätzlich 15 Beutel eines neuen Ballaststoffkonzentrates aus Sojakleie. Die Formeldiät wurde gut vertragen. Die Konzentration für das Hämoglobin blieb konstant. Die Serumtransaminasen, die Serumlipoproteine sowie die Retentionswerte Harnsäure und Kreatinin zeigten keine wesentliche Änderung. Die Konzentration der Spurenelemente Eisen und Kupfer blieb ebenfalls konstant.Das Stuhlgewicht betrug unter Gabe der Formeldiät 57±15 g/Tag. Bei Zulage des Ballaststoffes kam es zu einem Anstieg des Stuhlgewichtes auf 86±4g/Tag.Die Passagezeit unter der trinkfertigen Formeldiät betrug 83±29 Stunden. Bei Zulage des Ballaststoffes kam es zu einem nicht signifikanten Absinken auf 74±11 Stunden.Die Elektrolytausscheidung für Kalium betrug bei einer mittleren Kaliumzufuhr von 60 mmol/Tag durchschnittlich 53 mmol/Tag.Die Calciumausscheidung lag mit 4,0±1,7 mmol im Normalbereich, ebenso die Magnesiumausscheidung, welche am Ende der Untersuchung 3,0±1,4 mmol/Tag betrug.Over a period of three weeks eight apparently healthy subjects recieved a new formula diet. From the second week on 30 grams of dietary fibers were administrated. This dietary fiber was produced from soya-bran and the eight subjects accepted this diet very wellNo change of blood chemistry was measured. The stool weight without this dietary fiber amounted to 57±15 g/day, where as by giving the fibre stoolweight rose up to 86 + 4 g/day.Transit time without fiber was 83±29 h and with fiber it dropped to 74±11 h (n.s.).The renal excretion of potassium, sodium, magnesium and calcium remained constant.
Keywords: formula diet; transit time; stoolweight in men; soya-bran

Zur Untersuchung des Rückstandsverhaltens von Chloramphenicol (CAP) wurden 24 Mastschweine, 24–28 Wochen alt, intramuskulär mit 30 mg CAP/kg Körpergewicht behandelt und je 2 Tiere nach 3, 6, 12, 18, 24, 36 Stunden, 2, 3, 6, 10, 21 und 30 Tagen geschlachtet. Die CAP-Gehalte in Muskulatur, Blut, Urin, Leber, Niere, Galle und Fett wurden gaschromatographisch und radioimmunologisch bestimmt. Die Nachweisgrenze beider Methoden liegt in Abhängigkeit von der Matrix zwischen 1 und 5 ppb. Die erhaltenen Kinetiken weisen eine terminale Elimination auf, deren Halbwertszeiten für Muskulatur, Blut und Urin ca. 160–170 Stunden, für Niere 310 Stunden und für Galle 250 Stunden betragen. Die CAP-Konzentration in Muskulatur und Blut weisen eine signifikante, lineare Korrelation auf. Blutuntersuchungen könnten deshalb als Screening-Methode bei umfangreichen Rückstandskontrollen eingesetzt werden.Residues of Chloramphenicol (CAP) were examined in 24 pigs after intramuscular injection of 30 mg CAP/kg body weight. Two pigs were slaughtered after 3, 6, 12,18, 24, 36 hours, 2, 3, 6, 10, 21 and 30 days, respectively. CAP-concentrations were determined in muscle, blood, urine, liver, kidney, bile, and fat. Methods used were gas-liquid chromatography and radioimmunoassay. Detection limits reached were 1−5 ppb. The concentration-time curves obtained reflected a long elimination phase and allowed only calculation of this half-life. Elimination half-life was estimated to be for muscle, blood and urine 160–170 hours, for kidney 310 and for bile 250 hours. Significant correlations were found to exist between CAP-concentrations in plasma and muscle. It appears that blood would be a good body fluid for monitoring CAP-residues in tissue.
Keywords: Chloramphenicol; pharmacokinetics; residue; pig

An extensive survey on commercial frying fats was conducted in Budapest. It was based on sample collection, analysis and questionnaires filled in with each sample. Frying fats and oils were collected from restaurants, fast-food services and public catering facilities. The quality of samples was assessed by determining their polar components. An evaluation of questionnaires containing over 20 questions yielded detailed information on the usage of fats as well as the fryer operators' habits of conducting frying processes and their knowledge on the subject.The survey consisted of two periods. During the first period 252 samples were collected at random. Quality assessment indicated that 53.6 % of all samples was of good quality (with concentrations of polar materials below 25 %) while the rest were at the discard point or deteriorated. The second part of the survey was aimed at a recheck of the places where fat had been found deteriorated. Second samples were obtained from 53 establishments. The results showed an improvement both in operating conditions and quality of frying fats.Based on the results, the necessity of instructing fryer operators and introducing regulations and routine quality testings of frying fats became obvious.In Restaurants, Imbißstuben und Großküchen in Budapest wurden zahlreiche Proben kommerzieller Fritierfette entnommen und gleichzeitig Fragebogen, in denen zahlreiche Angaben zur Verwendungsart, zur Herkunft usw. der Fritierfette gestellt wurden, erhoben. Die Qualitätsbeurteilung der Proben erfolgte über die Bestimmung der polaren Anteile. Die Fragebogen lieferten ausführliche Angaben über die Belastung der Fettproben sowie über die Kenntnisse der Anwender von Fritierbädern hinsichtlich optimaler Fritierbedingungen. Von den zuerst erhobenen 252 Proben waren rund 54 % von guter Qualität (Gehalt an polaren Anteilen weniger als 25 %). Die anderen Proben mußten zu einem ganz erheblichen Teil als verdorben bezeichnet werden. Eine erneute Probenahme in den entsprechenden Betrieben (53 Proben) führte zu etwas besseren Ergebnissen; es zeigte sich aber, daß verstärkte Informationen von Anwendern sowie gesetzliche Regelungen und regelmäßige Kontrollen der Qualität der in Fritiergeräten verwendeten Fette notwendig wären.
Keywords: deep frying; survey; commercial frying fats; frying conditions; quality assessment of frying fats

Buchbesprechungen by K. H. Bässler; A. Fricker; E. Fischer; H. -D. Belitz; E. Menden; J. F. Diehl (133-139).