European Journal of Nutrition (v.23, #2)

Satietin, a 50,000 dalton anorectic glycoprotein, was isolated from human serum. Its isoelectric point is 7.0. It contains 14–15% amino acids and 70–75% carbohydrates. Its biological activity survives digestion with proteases and boiling.Satietin is a highly potent anorectic substance. The intra-cerebroventricular administration of 10–20 μg satietin suppresses food intake in rats during the first day of feeding after deprivation of food for 96 hours to half of the amount eaten by untreated controls (ID50). The onset of the effect can be detected within 30 minutes, the peak effect is reached within an hour. The effect lasts 24–30 hours.Satietin acts both in intravenous and subcutaneous administration (ID50=0.5–0.75 mg/kg) in rats deprived of food for 96 hours. The peak effect is reached within an hour and lasts for 24 hours.In contrast to the anorectic drugs in clinical use and to the endogenous anorectic substances (like cholecystokinin and calcitonin) satietin proved to be highly selective in suppressing food intake.Since satietin is widely distributed in the world of vertebrates, its concentration in the blood is amazingly high, its site of effect is in the central nervous system and it induces satiety without having any other detectable central or peripheral effect, the hypothesis was forwarded that satietin may play the role of a rate limiting blood-borne satiety signal in the negative feed-back of food intake, i.e., serving as the essential chemical link connecting the gastrointestinal tract and the brain in the regulation of feeding.Satietin ist ein stark anorektisch wirksames Glykoprotein, das aus dem menschlichen Serum isoliert wurde und ein Molekulargewicht von 50 000 Dalton aufweist. Sein isoelektrischer Punkt liegt bei 7,0. Satietin enthält 10–15% Aminosäuren und 70–75 % Kohlenhydrate. Seine biologische Aktivität widersteht der Wirkung von Proteasen und einer Hitzeinaktivierung.Nach intrazerebroventrikulärer Gabe von 10–20 μg Satietin vermindert dieses bei Ratten, die 96 Stunden nicht gefüttert wurden, die Nahrungsaufnahme während des ersten Tages der Fütterung auf die Hälfte unbehandelter Kontrollen (ID50). Die Wirkung tritt innerhalb von 30 Minuten ein und erreicht nach einer Stunde ihr Maximum. Die Wirkungsdauer beträgt 24–30 Stunden.Satietin wirkt sowohl intravenös als auch subkutan verabreicht (ID50=0,5–0,75 mg/kg) bei Ratten, die 96 Stunden gefastet haben. Der maximale Effekt ist inner-halb einer Stunde erreicht und dauert über 24 Stunden an. Im Gegensatz zu anorektisch wirksamen Medikamenten und endogenen Substanzen wie Cholezystokinin und Kalzitonin besitzt Satietin eine hohe Selektivität auf die Nahrungsaufnahme.Satietin wurde bei vielen Vertebraten nachgewiesen, weist eine hohe Blutkonzentration auf und entfaltet seine Wirkung auf das Appetitzentrum ohne sonstige zentral bzw. periphervenös nachweisbare Wirkungen. Es wurde daher die Hypothese aufgestellt, daß Satietin ein Blut-Sättigungssignal mit einer entscheidenden Rolle in der negativen Rückkoppelung der Nahrungsaufnahme darstellt.
Keywords: satietin; regulation of feeding; anorectic glycoprotein; anorexia

Vitamin A und Hörorgan Literaturübersicht by H. K. Biesalski (104-112).
Seit der Entdeckung des Vitamin A und ersten Beschreibung seiner Wirkung wird dieses auch in der Otorhinolaryngologie als Therapeutikum bei den unterschiedlichsten Formen von Hörstörungen eingesetzt und seine Wirkungsweise am Innenohr erforscht. So wurden sowohl tierexperimentelle als auch klinische Studien durchgeführt, um die Bedeutung des Vitamins für die Funktion des Hörorgans zu klären. Daneben wurden eine Reihe von Beobachtungen mitgeteilt, die einen Zusammenhang zwischen Störungen des Vitamin-A-Stoffwechsels und gleichzeitig auftretenden Hörstörungen beschrieben. Neuere Untersuchungen haben ergeben, daß Vitamin A in hohen Konzentrationen im Innenohr vorkommt und dort auch gespeichert werden kann.Morphologische Untersuchungen führten zu den unterschiedlichsten Ergebnissen und haben gezeigt, daß Vitamin A für die Morphogenese des Innenohres von Bedeutung zu sein scheint.Since the first characterization and description of vitamin A this is used in otolaryngologic therapy for different forms of hearing disorders, and its relation to the inner ear is subject of investigation. Animal experiments and clinical studies were done to clarify the significance of vitamin A for the function of hearing. Besides this there were a lot of observations describing correlations between vitamin A metabolism and hearing loss. Recent investigations showed that vitamin A is present in high concentrations in the inner ear and stored there. Morphological experiments revealed different and in some way contradictory results, but they showed that vitamin A seems to be essential for inner-ear morphogenesis.
Keywords: vitamin A; inner ear; review; vitamin A deficiency; hearing loss

Mit der Analyse von über 350 Frauenmilchproben konnte die Abhängigkeit der Frauenmilchlipide — Triglyceride (TG), Cholesterin (Chol), Phospholipide (PL), Fettsäurezusammensetzung der TG und PL — vom Stadium der Laktation, der Tageszeit, dem Verlauf des Stillvorgangs und der mütterlichen Ernährung gezeigt werden. Im Verlauf der Laktation (1.–36. Tag) nahm der TG-Gehalt der untersuchten Proben von 1,9 auf 3,9 g/100 ml zu. Chol sank von 35 auf 20 mg/100 ml. Der PL-Gehalt blieb mit 40 mg/100 ml weitgehend konstant. Die sich aus den Ergebnissen ableitenden Chol/TG- und PL/TG-Quotienten deuten auf eine Zunahme der Fettkügelchengröße im Laufe der Laktation hin. Während eines Stillvorganges stiegen die TG und Chol um das nahezu Vierfache an, wogegen sich der PL-Gehalt nur verdoppelte. Über den Tag gesehen hatten Milchen deutscher Mütter ihre höchsten Lipidwerte (TG, Chol, PL) am Nachmittag, wogegen die Maxima der englischen Milchproben am späten Abend gefunden wurden. Kohlenhydratreiche Ernährungsweise (65 cal%) führte bei Müttern (n=3) zu einem Anstieg des Milchfettgehalts, wogegen umgekehrt aus fettreicher Ernährung relativ fettarme Milchen resultierten (2,6/4,1 g/100 ml). Entsprechend verhielten sich Chol (20,8/37,5 mg/ 100 ml) und die PL (26,4/45,3 mg/100 ml). Die Fettsäurezusammensetzung änderte sich vor allem in Abhängigkeit von der Laktation und der mütterlichen Ernährung, nicht aber während des Stillvorganges und im tageszeitlichen Verlauf. Frühe Milch ist besonders reich an langkettig polyungesättigten Fettsäuren. Der P/S-Quotient der TG blieb im Verlauf der Laktation mit 0,32 weitgehend konstant, wogegen derjenige der PL von 0,6 auf 0,71 anstieg. Je nach Ernährungsweise der Mutter lag der P/S-Quotient (n=3) bei 0,27 (kohlenhydratreich) und bei 0,46 (fettreich, linolsäurereich).The dependency of the human milk lipids triglycerides (TG), cholesterol (Chol), phospholipids (PL), and the fatty acid composition of both TG and PL on the stage of lactation, the day time, the course of one nursing, and on the mother's diet was shown by analyzing more than 350 milk samples. In progressing lactation (day 1–36) TG increased from 1.9 to 3.9 g/100 ml. Chol decreased from 35 to 20 mg/100 ml, while PL remained with 40 mg/100 ml rather constant. The resulting decrease in the PL/TG- and Chol/TG-ratios indicates an increasing size of fat globules. During one nursing, TG and Chol increased four-fold and PL doubled. During the day lipids (TG, Chol, PL) of the milks of German mothers reached their peak values in the afternoon, whereas the ones of milks obtained from English mothers were found in the late evening. With 3 mothers (n=3) carbohydrate-rich diets (65 cal%) led to an increase of the milk fat content. In contrast high fat diets (50 cal%) resulted in milks with low fat contents (2.6/4.1 g/100 ml). Chol (20.8/37.5 mg/100 ml) and PL (26.4/ 45.3 mg/100 ml) showed the same dependency. The fatty acid composition changed mainly dependent on the duration of the lactation and the mother's diet, but not during one single nursing and during the day. Long-chain polyunsaturated fatty acids were higher in early than in mature milks. The P/S-ratio of TG was found to remain constant in progressing lactation (0.32), whereas the one of PL increased from 0.6 to 0.71. Dependent on the regimen of the mother the P/S-ratios (n=3) were found to be 0.27 (high carbohydrate diet) and 0.46 (high fat/high linoleic acid diet).
Keywords: Muttermilch; Triglyceride; Cholesterin; Phospholipide; Fettsäuren

Eine pulverisierte Mischung verschiedener als Cadmiumsammler bekannterAgaricus-Arten wurde 15∶85 mit Standard-Rattenfutter wachsenden Ratten verabreicht. Die Mischung enthielt 3,87 μg Cd/g Trockengewicht. Eine Kontrollgruppe erhielt das Standard-Futter allein (0,08 μg Cd/g). Während der 6wöchigen Fütterungsperiode schieden die Tiere beider Gruppen etwa 90 % des aufgenommenen Cadmiums in den Fäzes aus. Im Vergleich zur Kontrollgruppe akkumulierte die Versuchsgruppe viel mehr Cadmium in Leber, Nieren und Restkörper. Obwohl hieraus der Schluß zu ziehen ist, daß die Bioverfügbarkeit des in Pilzen vorhandenen Cadmiums nicht geringer ist als die des in anderen Lebens- und Futtermitteln vorhandenen Cadmiums, werden Empfehlungen an die Verbraucher, den Pilzverzehr einzuschränken, nicht für erforderlich gehalten, da zum einen die durchschnittliche Cadmiumbelastung aus der Gesamtnahrung erheblich unter dem gesundheitlich bedenklichen Wert liegt und da zum anderen die Cadmiumgehalte der meisten Pilzarten diejenigen anderer Gemüse nicht überschreiten.A pulverized mixture ofAgaricus species known to accumulate cadmium, mixed 15∶85 with standard rat diet, was fed to a group of growing rats. The mixture contained 3.87 μg Cd/g dry weight. A control group received the standard rat diet alone (0.08 μg Cd/g). During the feeding period of 6 weeks the animals of both groups excreted about 90 % of the ingested cadmium in the faeces. In comparison to the control group, the experimental group accumulated much more cadmium in liver, kidneys, and remaining carcass. While it is concluded that the bioavailability of cadmium contained in mushrooms is not less than that of cadmium contained in other feeds and foods, most mushroom species do not contain more cadmium than other vegetables. In humans the average cadmium intake from the total diet is considerably below the tolerable level. Generalized warnings against consumption of mushrooms are therefore not considered necessary.
Keywords: Cadmium; Bioverfügbarkeit; Bilanzuntersuchung; Pilze; Ratte; Leber; Niere

Rabbits were fed semipurified diets containing either corn oil or coconut fat. Dietary coconut fat significantly elevated serum total cholesterol and phospholipid concentrations. Rabbits with partial ileal bypass (PIB) had significantly lower serum cholesterol and phospholipid values, irrespective of whether the diet contained corn oil or coconut fat. The effect on serum lipids of the type of fat was similar in control and PIB animals. Since PIB rabbits are known to excrete extremely high amounts of steroids with the feces, we suggest that our data point to a lack of interaction of the type of dietary fat with the fecal excretion of steroids.In der vorliegenden Arbeit erhielten die Kaninchen eine halbgereinigte Diät, die entweder Maisöl oder Kokosöl als Fettträger hatte. Das Kokosöl in der Diät verursachte einen signifikant gestiegenen Cholesterin- und Phospholipidspiegel im Serum. Kaninchen mit einer teilweisen Dünndarmumlegung (PIB) zeigten signifikant erniedrigte Serumcholesterin- und Phospholipidkonzentrationen, unabhängig davon, ob die Diät Kokosöl oder Maisöl enthielt. Die Sorte des Nahrungsfettes hatte einen ähnlichen Effekt auf die Serumlipide bei Kontrolltieren sowie bei Tieren mit einer PIB. Da bekannt ist, daß Kaninchen mit einer PIB einen sehr hohen Gehalt an Steroiden mit dem Kot ausscheiden, vermuten wir, daß keine Wechselwirkung zwischen Art des Nahrungsfettes und der Steroidausscheidung besteht.

Twelve different varieties of rice including two flavorful varieties grown in the State of Maharashtra (India) have been studied with respect to the effect of storage, at ambient conditions, for 180 days on the physicochemical properties of the starch component as well as cooking quality.12 verschiedene Sorten von Reis aus Indien wurden im Hinblick auf die Auswirkung einer Lagerung bei verschiedenen Umgebungsbedingungen für die Dauer von 180 Tagen auf physikalisch-chemische Eigenschaften des Stärkeanteils und auf die notwendigen Garzeiten sowie die beim Garen eintretenden Verluste an Trokkensubstanz bzw. die Wasseraufnahme untersucht. Die Viskosität der Stärke nahm bei allen Reissorten während der Lagerung zu. Bezüglich der Garungszeiten waren keine größeren Unterschiede zwischen den Sorten zu beobachten, während die Wasseraufnahmen sehr unterschiedlich sein konnten.
Keywords: rice starch; cooking quality; physicochemical properties; storage

Buchbesprechungen by H. K. Frank; Wirths; K. Paulus; A. Fricker; G. Schlierf (151-155).