European Journal of Nutrition (v.21, #4)

Carnitine in human nutrition by A. C. Bach (257-265).
The oxidation of long-chain fatty acids is carnitine-dependent. Indeed, only when they are bound to carnitine, in the form of acyl-carnitines, do fatty acids penetrate into the mitochondria to be oxidized. To meet the need for carnitine, animals depend on both endogenous synthesis and an exogenous supply. A diet rich in meat supplies a lot of carnitine, while vegetables, fruits, and grains furnish relatively little.Although it has a low molecular weight and acts at low doses in a vital metabolic pathway, carnitine should not be considered a vitamin, but rather a nutritive substance. Indeed, it seems that the diet of the adult human need not necessarily furnish carnitine: the healthy organism, given a balanced nutrition (sufficiently rich in lysine and methionine), may well be able to meet all its needs. Furthermore, it seems that a reduction of the exogenous supply of carnitine results in a lowering of its elimination in the urine.However, dietary carnitine is more important during the neonatal period. The transition from fetal to extrauterine life is accompanied by an increased role of lipids in meeting energy needs. This change is accompanied by a rise in the body of the levels of carnitine, which is mainly supplied in the maternal milk.Finally, this review briefly surveys the illnesses in which a dietary carnitine supplement proves useful.Die Oxydation der langkettigen Fettsäuren ist carnitinabhängig. So dringen diese Fettsäuren nur an Carnitin gebunden, d. h. als Acylcarnitin, in die Mitochondrien ein, um dort oxydiert zu werden. Der tierische Organismus deckt seinen Bedarf an Carnitin durch exogene Zufuhr und endogene Synthese. Eine fleischreiche Nahrung führt dem Organismus viel Carnitin zu, während Gemüse, Obst und Getreide relativ wenig davon enthalten.Obwohl es sich um ein relativ kleines Molekül handelt, das in geringer Menge in einem lebenswichtigen Stoffwechselsystem wirkt (die Beta-Oxydation), darf Carnitin nicht als Vitamin angesehen werden, sondern vielmehr als eine Nährsubstanz. Es scheint nämlich nicht unbedingt notwendig zu sein, daß die Ernährung dem erwachsenen Menschen Carnitin zuführt. Der gesunde Organismus kann bei einer ausgeglichenen Ernährungsweise (ausreichende Zufuhr von Lysin und Methionin) seinen Bedarf vollständig selbst decken. Dies um so mehr, als eine Senkung der exogenen Zufuhr von Carnitin eine geringere Ausscheidung über den Harn zur Folge hat.Dem in Nahrungsmittel enthaltenen Carnitin kommt jedoch beim Neugeborenen eine größere Bedeutung zu. Der Übergang vom pränatalen zum postnatalen Leben bewirkt eine Erhöhung des Stellenwertes der Lipide bei der Deckung des Energiebedarfs. Diese Veränderung wird von einem Anstieg des Körpergehalts an Carnitin begleitet, das im wesentlichen durch die Muttermilch zugeführt wird.Zum Abschluß gibt dieser Bericht eine knappe Darstellung der Krankheiten, bei denen sich eine ergänzende Zufuhr von Nahrungs-Carnitin als nützlich erweist.
Keywords: carnitine; foods; dietary requirements; adult; neonate

In nichtblanchierter gefrorener Petersilie werden die Phospholipide mit beträchtlicher Geschwindigkeit durch Phospholipase D abgebaut. Die Abbaureaktionen kommen jedoch bereits nach wenigen Tagen zum Stillstand, wobei je nach der Temperatur mehr oder weniger große Restmengen an unveränderten Lipiden zurückbleiben. Bei −12°C sind dies ca. 16 %, bei −18°C ca. 25, bei −24°C ca. 43 und bei −32°C ca. 82%.Die Bedeutung der Lipidabbaureaktionen für die bei der Gefrierlagerung eintretende Qualitätsverschlechterung wird diskutiert.In non-blanched deep-frozen parsley, the phospholipids are rapidly decomposed by phospholipase D. However, the degradation reactions stop already after a few days, with varying quantities of unchanged lipids remaining depending on the temperature. At −12°C approx. 16 % are retained, at −18°C approx. 25 %, at −24°C approx. 43 % and at −32 °C approx. 82 %.The importance of the lipid-degradation reactions for the quality loss during frozen storage is discussed.
Keywords: Petersilie; Gefrierlagerung; Lecithin; Phosphatidsäure; Phospholipase D

Zur energetischen Verwertung von Palatinit by P. M. Zinner; M. Kirchgeßner (272-278).
In einem Schlachtkörperversuch wurde der Protein-, Fett- und Energieansatz von Palatinit gemessen und mit dem von Saccharose verglichen. Dazu wurden 39 etwa 200 g schwere männliche Ratten in drei Gruppen eingeteilt. Zu Versuchsbeginn wurden zur Ermittlung der Ausgangswerte jeweils 4 Tiere pro Gruppe getötet. Die restlichen 3×9 Tiere wurden in einer Gruppe mit Grunddiät, in zwei weiteren Gruppen mit derselben Diät plus Saccharose bzw. Palatinit 56 Tage gefüttert. Mittels Ganzkörperanalyse wurde der Trockensubstanz-, Rohprotein-, Fett- und Energieansatz berechnet.Die Ergebnisse zeigen, daß die Zulage von Palatinit zwar zu höheren Ansatzwerten, jedoch im Vergleich zur Grunddiät zu keiner Veränderung im Schlachtkörper führte. Demgegenüber konnte bei Saccharosezulage im Vergleich zur Grunddiät, somit auch zur Palatinitzulage, neben erhöhten Ansatzwerten auch eine veränderte Schlachtkörperzusammensetzung beobachtet werden; bei einem erhöhten Trokkensubstanzgehalt lag dabei der Fettanteil in der TS deutlich höher, der Rohproteinanteil in der TS niedriger. Der Energieansatz bei Palatinitzulage war um 33 % niedriger als bei isokalorischer Saccharosezulage.The retention of protein, fat and energy of Palatinit was measured in a trial with carcass analyses and compared with that of sucrose. Therefore 39 male rats weighing about 200 g were divided in three groups. In order to get basic values, 4 animals of each group were slaughtered. The other 3×9 animals were fed 56 days in one group the basal diet, in two other groups the same diet plus sucrose and Palatinit, respectively. The retention of dry matter, protein, fat and energy was calculated with carcass analyses.The results show that the supplement of Palatinit gave higher values of retention compared with the basal diet, but there was no change in the body composition. Compared with this, the supplement of sucrose brought not only higher values of retention, but also a changed carcass composition compared with the basal diet and the supplement of Palatinit, too; thereby the fat content was significantly higher, and the protein content was lower. The retention of energy was reduced by 33 % with the supplement of Palatinit, compared with the isocaloric supplement of sucrose.
Keywords: Zuckeraustauschstoff; Palatinit; Saccharose; Energiewechsel; Retention; Protein; Fett; Energie

In dieser Publikation stellen wir ein neues Konzept der perioperativen Infusionstherapie vor. Dabei wird im einzelnen auf die Physiologie und Pathophysiologie des Wasser- und Elektrolythaushaltes sowie der Einfluß eines prä- und postoperativen Beginnes einer parenteralen Nährstoffzufuhr auf den Stoffwechsel und die hormonellen Veränderungen nach einem Trauma dargestellt. Darüber hinaus wird auf den Einfluß einer hyperkalorischen bzw. der Trauma-adaptierten Nährstoffzufuhr auf die hormonellen, metabolischen und leberspezifischen Enzymveränderungen nach einem Trauma eingegangen.In this paper we introduce a new perioperative infusion regime. We will discuss problems associated with the water and electrolyte metabolism and show the influence of pre- and postoperative beginning of an intravenous nutrition support on metabolic and hormonal changes after trauma. We also will show the influence of hypercaloric and trauma-adapted nutritional support on hormonal, metabolic and liver-specific enzyme changes after trauma.
Keywords: Trauma; hormonelle; metabolische Veränderungen; Leberenzyme; Trauma-adaptierte Nährstoffzufuhr

A controlled study of supplementation with essential amino acids and α-keto acids in the conservative management of patients with chronic renal failure by Prof. Dr. E. Hecking; L. Andrzejewski; W. Prellwitz; W. Opferkuch; Doris Müller; F. K. Port (299-311).
Art und Zusammensetzung einer optimalen eiweißarmen Ernährung für Patienten mit Niereninsuffizienz sind weiterhin umstritten. Die orale medikamentöse Behandlung mit essentiellen Aminosäuren oder α-Ketosäuren wird häufig empfohlen. Unsere Untersuchungen vergleichen nacheinander bei 15 ambulanten Patienten mit chronischem Nierenversagen (mittlere Kreatinin-Clearance 10,8 ml/min) unter einer eiweißarmen Ernährung von 0,57 g/kg Körpergewicht (40 g/70 kg) die Wirkung einer Substitution mit essentiellen Aminosäuren, danach die Substitution mit α-Ketosäuren gegenüber Plazebo. Der nachgewiesene Proteingehalt in der Nahrung betrug 0,55 g/kg, die Energiezufuhr 27 kcal/kg Körpergewicht, wie mehrfach Ernährungsprotokolle über jeweils 7 Tage bei den Patienten zeigen ließen. Nach einer Vorperiode von 6 Wochen nur unter diätetischen Maßnahmen erhielten alle Patienten zusätzlich 0,112 g essentielle Aminosäuren/kg Körpergewicht über 6 Wochen, danach in einer Doppelblinduntersuchung 0,105 g α-Ketosäuren/kg Körpergewicht im Vergleich gegenüber Plazebo, ebenfalls jeweils über 6 Wochen. Nüchtern-Blutuntersuchungen wurden für ein Standard-Laborwertprogramm, insbesondere für 15 Proteinmangelparameter, alle 3 Wochen durchgeführt, ferner anthropometrische und klinische Kontrollen. Die Laborwerte erbrachten keine Hinweise auf einen manifesten Proteinmangel. Die Therapie mit α-Ketosäuren erniedrigte die Phosphatspiegel signifikant (p<0,05). Dagegen konnten weder unter essentiellen Aminosäuren oder α-Ketosäuren andere für den Patienten wesentliche Effekte nachgewiesen werden. Deshalb erscheint uns eine Substitution mit essentiellen Aminosäuren oder Ketosäuren überflüssig bei Patienten mit einer chronischen Niereninsuffizienz, die sich in einem stabilen Stoffwechselgleichgewicht befinden und mit einer Eiweißzufuhr von 0,55 g/kg Körpergewicht behandelt werden.Oral therapy with essential amino acids (EAA) or α-keto acids (α-KA) has been recommended in patients with renal failure, but quality and quantity of optimal protein intake are still controversial. This study compares sequentially the effect of supplementation with EAA, and with α-KA versus placebo in 15 ambulatory patients with chronic renal failure (average creatinine clearance 10.8 ml/min), maintained on a protein diet of 0.57 g/kg body weight (40 g for a 70-kg patient). The actual dietary intake averaged 0.55 g protein/kg and 27 kcal/kg according to repeated 7-day dietary recordings. After a 6-week baseline period on this diet, all patients received additionally 0.112 g EAA/kg for 6 weeks followed by a double-blind cross-over study of 0.105 g α-KA/kg versus placebo supplementation for 6 weeks each. Fasting blood samples for multiple parameters, including 15 indicators for protein deficiency, as well as anthropometric and clinical data were evaluated every 3 weeks. Laboratory data revealed no indications of protein deficiency. Therapy with α-KA diminished serum phosphate concentration (p<0.05), however no other significant beneficial effects could be demonstrated during supplementation with either EAA or α-KA. Therefore, such supplementation to a 0.55-g/kg-protein diet appears superfluous in stable ambulatory patients with renal insufficiency.
Keywords: chronic renal failure; dietary treatment; essential amino acids; α-keto acids; nutrition

Es wurde ein Überblick über die Möglichkeiten gegeben, das Protozoon Tetrahymena bei Untersuchungen über den Nährwert von Eiweißstoffen aus Lebensmitteln anzuwenden. Die Struktur des Protozoons sowie die elementaren Anforderungen an seine Züchtung im Labor wurden dargestellt. Besonderes Augenmerk richtete sich auf zahlreiche Vorschläge zu den analytischen Methoden. Die Vielfältigkeit von Lösungen in diesem Bereich beeinflußt die Variabilität der Ergebnisse und der damit verbundenen Forschungsfolgerungen. Das Vorhandensein von technologischen Zusätzen im untersuchten Eiweiß der Lebensmittel beschränkt in bedeutendem Maße die Möglichkeit einer Anwendung des Protozoons.A survey has been provided about the possibilities of using the protozoon Tetrahymena in studies on the nutritional value of food proteins. The structure of the protozoon and the elementary requirements regarding its cultivation under laboratory conditions are described. Particular emphasis has been laid on a great many proposals concerning analytical methods. The variability of solutions in this field influences the variability of the results and thus the resulting consequences for research. The presence of technological additives in the investigated food protein reduces the possibility of using the protozoon considerably.
Keywords: Tetrahymena pyriformis; biologische Bewertung des Eiweißes; T-PER; T-RNV