European Journal of Nutrition (v.13, #3)

Die Proteinqualität einiger Algenarten des Süßwassers wurde in Ratten-Bilanzversuchen bestimmt (Tab. 1). Die verfütterten Mikroalgen-Substanzen waren mittels Feinschicht-Walzentrocknung kurzzeitig hocherhitzt worden, was einen optimalen Zellaufschluß und eine gute Eiweißverdaulichkeit bewirkt.Die GrünalgeScenedesmus obliquus erwies sich als eine pflanzliche Proteinquelle bester Qualität, gekennzeichnet durch eine PER von 3,21, eine NPU von 68 und eine BV von 81 (Tab. 3). — Von guter Qualität ist das Eiweiß der GrünalgeCoelastrum proboscideum, mit Werten von 3,18 (PER), 59 (NPU) bzw. 75 (BV). In Abhängigkeit vom Kulturmedium kann es bei dieser Alge zu abnorm hoher Konzentration von nichtessentiellem N kommen, was den Wert der Rohprotein-Fraktion im Rattentest negativ beeinflußt. — Das Roheiweiß der GrünalgeUronema sp., der größten Algenspezies der vorliegenden Testreihen, ist mit Proteinkennzahlen von 2,47 (PER), 45 (NPU) und 55 (BV) von vergleichsweise mäßiger Qualität.The protein quality of some species of freshwater algae was determined by balance-tests with rats (table 1). The microalgal substances used for feeding had been subjected to short-term high-temperature treatment on a roller dryer, which causes an optimal cell disruption and consequently, a good protein digestibility.The green algaScenedesmus obliquus proved to be a plant protein source of best quality, as revealed by a PER of 3.21, a NPU of 68 and a BV of 81 (table 3). — Protein fromCoelastrum proboscideum is of good quality with values of 3.18 (PER), 59 (NPU) and 75 (BV). Depending on the culture medium abnormally high concentrations of non-essential N can be obtained in this alga, which influences negatively the value of the crude protein fraction in the rat-test. — The crude protein of the green algaUronema sp., the largest species of the above test series, is of comparably low quality, with protein values of 2.47 (PER), 45 (NPU) and 55 (BV).

Zwei belastete sowie ein unbelastetes Sojaöl wurden über zwei Monate bei einem Anteil von 20 Gew.-% im Futter an Ratten verfüttert. Anschließend wurden die Nieren-, Subkutan- und Leberfette der Tiere untersucht. Während die verfütterten belasteten Bratfette lt. Gelpermeationschromatogramm (GPC) 17 und 18% dimere und höher molekulare Triglyceride enthielten, waren Substanzen dieses Molekulargewichts in den Nieren- und Subkutanfetten nicht und in den Leberfetten nur mit weniger als 0,5 % vorhanden. Mittels Liquid-(LC)- und Dünnschichtchromatographie (DC) wurden Nieren- und Subkutanfette auf polare Anteile untersucht. Sie waren in den verfütterten belasteten Bratfetten zu 27 und 31 % enthalten, im unbelasteten Bratfett zu 6% und in den Körperfetten zu maximal 3 %.Dimere Fettsäuren ließen sich auch in den als monomer erkannten Triglyceriden der Nieren- und Subkutanfette nicht nachweisen: Die aus diesen Fetten hergestellten Methylester enthielten lt. DC und GPC im Gegensatz zu dem Methylester aus einem belasteten Bratfett keine Methylester dimerer Fettsäuren. Damit ist auch eine intramolekulare Vernetzung der Fettsäuren auszuschließen.Diese Ergebnisse lassen den Schluß zu, daß die in belasteten Bratfetten vorhandenen Artefakte sich nach dem Verfüttern der Fette nicht in den Körperfetten der Versuchstiere anreichern.Two under deep frying conditions heated soyabean oils and the unheated oil were fed to rats at a concentration of 20% (w/w) in the food for 2 months. The animals were sacrificed and kidney fat, subcutaneous fat, and fat extracted from the liver were analysed. Whereas the heated frying fats contained 17% and 18% of dimeric triglycerides, as could be shown by gel permeation chromatography, the kidney as well as the subcutaneous fat was completely free of dimeric triglycerides. Fat isolated from the liver showed small amounts (<0.5%) of these compounds which, as far as we believe, do not originate from the heated fat fed to the animals since these compounds were present even in case of the animals which received the unheated oil.Kidney and subcutaneous fats were analysed by liquid chromatography and thin-layer chromatography w. r. t. the presence of polar components (total polar artefacts). The heated fats contained up to 27% and 31% of total polar artefacts, the unheated soyabean oil 6%, whereas in the body fats isolated only up to 3% could be detected.Kidney and subcutaneous fats were interesterified with methanol and the methylesters analysed by thin-layer and gel permeation chromatography. Dimeric fatty acid methyl-esters could be detected in the heated fats only but not in the body fats. This shows that intramolecular links between two fatty acids do not occur in the body fats.From all these results it is concluded that artefacts occurring in heated frying fats do not accumulate in adipose tissue after feeding them to the test animals.

An Ratten wurde der Einfluß verschiedener fettreicher (20%) Diäten auf Gallensekretion, Gallensäurenausscheidung und Transport von radioaktiv markierten Gallensäuren untersucht, und zwar unter Normalbedingungen und bei Choleresereiz durch intraduodenale Applikation von Cholsäure (300 mg/kg) 1 Std. nach Versuchsbeginn. Nach 14tägiger Vorbehandlung mit der entsprechenden Diät (Diät I: Fette mit gesättigten und 1fach ungesättigten Fettsäuren; Diät II: Fette mit vorwiegend polyungesättigten Fettsäuren) wurde in 6stündigen Versuchen die Galle in 30-min-Fraktionen aufgefangen und so eine Kinetik der genannten Größen aufgestellt.Unter Diät II wird ein rascherer Rückgang des Galleflusses beobachtet, auf den Choleresereiz reagiert die Ratte mit steilem Anstieg der Gallensekretion. die während der weiteren Beobachtungszeit auf erhöhtem Niveau verläuft. Demgegenüber sezerniert die mit gesättigten Fettsäuren ernährte Ratte über 4–5 Std. ein größeres Gallevolumen und vermag dieses bei zusätzlichem Choleresereiz war zunächst mäßig zu steigern, im weiteren Verlauf können signifikante Unterschiede zum Kontrolltier mit gleicher Diät jedoch nicht festgestellt werden. Auffallende Unterschiede zeigen sich auch im Verhalten der Gallensäurenkonzentration: Diese liegt bei Ernährung mit polyungesättigten Fettsäuren zu Versuchsbeginn niedriger, nach Zufuhr von Cholsäure steigt sie auf das ca. 3fache an, während unter Diät I der absolute und prozentuale Zuwachs sehr viel weniger ausgeprägt sind. Unter beiden Diäten wird der gleiche Maximalwert erreicht (inμMol/ml), d. h., die absolute Sekretionskapazität der Leberzelle für Gallensäuren scheint unter unseren Versuchsbedingungen konstant zu sein.1 Std. nach Versuchsbeginn intraduodenal applizierte, radioaktiv markierte Cholsäure wird unter Diät II wesentlich rascher und in größerem Umfang mit der Galle ausgeschieden.Diese Ergebnisse lassen den Schluß zu, daß bei Ratten nach 14tägiger Vorbehandlung mit Diät II die Transportkapazität des enterohepatischen Kreislaufs für Gallensäuren weniger ausgelastet ist als unter Diät I. Zusätzlich in den Darm applizierte Gallensäuren werden unter Diät II schneller transportiert und mit der Galle ausgeschieden, damit auch schneller eliminiert.The influence of diverse fat diets (20%) on choleresis, rate of secretion of bile acids and transport of radioactive bile acids was investigated in rats. The fat of diet I contained saturated and mono-unsaturated fatty acids, diet II contained predominantly polyunsaturated fatty acids. Each diet was fed to a control group and to another group which received a single dose of cholic acid (300 mg/kg) per duodenal tube to stimulate choleresis. The diets were given for 14 days to reach a steady state. The experiment was then carried out by collecting the bile in 30-minute-fractions for 6 hours to obtain the data needed to derive the kinetic parameters.In rats fed diet II bile flow decreases quickly, after cannulation, but in the animals stimulated by administration of cholic acid bile secretion rises steeply and remains on a high level during the whole time observed. In comparison, the control rats fed saturated fatty acids have an increased bile flow for 4 to 5 hours; yet after stimulation of choleresis the bile flow rises poorly, and after the initial two hours no significant difference from controls on the same diet can be observed. There are significant changes in the concentration of bile acids. In the same animals on diet II bile acid concentration is at low level at the beginning and rises to 3-fold after administration of cholic acid. When saturated fatty acids are fed, the absolute and relative increase is less pronounced.In both diets the same maximal value (μmol/kg) is reached; that is the maximal capacity of bile acid secretion of the liver cell seems to be constant in our experimental conditions, and not influenced by diet.In animals on diet II radioactive cholic acid — applied by duodenal tube 1 hour after commencement — is secreted in the bile much more quickly and to a higher percent in comparison with diet I.From these results we can conclude that in rats fed diet II for 14 days the transport mechanism for bile acids of the enterohepatic circulation has more spare capacity than in rats on diet I. In animals fed diet II bile acids given additionally are transported and secreted with the bile and thus eliminated from the enterohepatic circulation more quickly.

Nachdem ein Schema der bekannten Reaktionen von Folsäure in der Synthese der Nukleinsäuren gegeben wurde, werden die Ergebnisse einiger Versuche an Ratten mit Zusätzen von Thymin und Adenin zu ihrem Futter, das auch Amethopterin enthielt, um einen Folsäuremangel zu erzeugen, mitgeteilt.Der Zusatz von entweder 0,4% Adenin oder 0,2% Thymin oder von beiden Stoffen zu dem Futter zeigte sich in der Vorbeugung von Folsäuremangelsymptomen als wirksam. Die statistisch signifikanten Differenzen in den Ergebnissen der Zusätze von Thymin und Adenin sind eher durch eine Differenz im Futterverbrauch zu erklären als durch eine bevorzugte Verwendung von Folsäure für die Thymidinsynthese.After a scheme is provided of the well-known reactions of folates in the synthesis of the nucleic acids, results are given of some experiments with rats, in which thymin and adenin were added to their food. This food also contained methotrexate, in order to induce a state of folate deficiency.Neither the addition of 0.4% adenin nor of 0.2% thymin nor of both substances to the diets was able to prevent folate deficiency symptoms. The statistically significant differences between the results of the addition of thymin and adenin could be accounted for by differences in food consumption, rather than by preferential utilization of folate in thymidin synthesis.

Über die Resorbierbarkeit von Chlorogensäure durch die Ratte by G. Czok; W. Walter; K. Knoche; H. Degener (108-112).
In Untersuchungen an urethan-narkotisierten Ratten wurde nach Applikation von Chlorogensäure in den Magen und in den Darm im Gegensatz zur i. v. Injektion ein Erscheinen von Chlorogensäure im Blutserum und auch in der Galle nicht beobachtet. Da sich die in Magen und Darm eingegebene Chlorogensäuremenge zeitabhängig verringerte und gleichzeitig Kaffeesäure und Chinasäure nachgewiesen werden konnten, ist zu folgern, daß Chlorogensäure im Magen und Darm aufgespalten wird und in Form seiner primären Spaltprodukte bzw. weiterer Metabolisierungsprodukte resorbiert wird.By application of chlorogenic acid into the stomach and the intestine of urethan-anaesthetized rats the substance was not detected in serum or bile, contrary to the observations after i. v. application. As the amount of chlorogenic acid applicated into stomach and intestine decreases with time and caffeic as well as quinic acid were identified, it is concluded that chlororganic acid is cleaved in stomach and intestine and is absorbed presumably in form of its primary fragments or further metabolits.

Über die ernährungsphysiologischen Eigenschaften von Fritierfetten by K. Kracht; prof. Dr. Dr. K. Lang; J. Henschel (132-142).
Die histologische Untersuchung von 516 Ratten aus 2 Generationen, die lebenslänglich mit Fritierfetten (partiell gehärtetes Erdnußöl und Sojaöl) in einer Dosis von 10% im Futter ernährt worden waren, ergab keine von der Norm abweichenden Befunde. Lediglich die für alte Ratten charakteristischen Organbefunde konnten in Übereinstimmung mit allen anderen über dieses Gebiet arbeitenden Autoren festgestellt werden. In allen Gruppen war der häufigste Befund Bronchopneumonien mit ausgedehnten Abszeßbildungen. Ein anderer häufig zu erhebender Befund waren Nierenveränderungen im Sinne einer uncharakteristischen Nephrose. Pathologische Leberbefunde (Hepatitis, Nekrosen, starke Verfettung) wurden in allen Gruppen praktisch gleichmäßig verteilt gefunden und waren unabhängig von der thermischen Behandlung der Fette. Schädigungen des Magen-Darm-Traktes traten nur sehr selten auf und zeigten keine Korrelation zu der Art der Behandlung der Fette. Die Rate an malignen Tumoren war — in Übereinstimmung mit Angaben anderer Autoren — bei den Gruppen, die thermisch behandelte Sojaöle erhalten hatten, kleiner als in der Kontrollgruppe, der das unerhitzte Sojaöl verfüttert worden war.The histopathological examination of 516 rats of two generations fed for whole life span deep-fried fats (partially hydrogenated peanut oil or soybean oil) showed no typical lesions according to the observations of all authors working in this field. Only the damages characteristical for normal old rats were observed. In all groups the most frequently occurring pathology were lung diseases, e.g. bronchopneumonia with extended abscess formation. Other main findings were kidney lesions in the sense of an uncharacteristic nephrosis. The incidence of liver pathology (hepatitis, necrosis, fatty infiltration) was similar in all groups and not related to the kind of treatment of the oils. Lesions of the gastro-intestinal tract were observed only rarely and there was no relation to the kind of thermal treatment of the oils. The malignant tumor rate was diminished by feeding the heated soybean oil, an observation as made by other authors.

Mitteilungen (142-142).

Buchbesprechungen by B. Schmidt; A. Fricker (143-144).