European Journal of Nutrition (v.12, #4)

Über die ernährungsphysiologischen Eigenschaften von Fritierfetten by Prof. Dr. Dr. K. Lang; J. Henschel; J. Waibel; G. Billek (241-247).
Partiell gehärtetes Erdnußöl und Sojaöl wurden mit oder ohne Bratgut, aber jeweils unter praxisüblichen Bedingungen bis zu 96 Stunden erhitzt und in einem Langzeitfütterungsversuch an 2 Generationen von Wistar-Ratten verfüttert. Die Gesamtlebensdauer der Versuchstiere ist bei Fütterung von erhitzten und nichterhitzten Fetten praktisch identisch und von der Vorbehandlung unabhängig. Die nun vollständig vorliegenden Versuchsdaten lassen aber eine Tendenz erkennen, daß Versuchstiere, die mit unbelasteten Fetten gefüttert wurden, eine erhöhte Frühsterblichkeit zeigen gegenüber solchen, die erhitzte Fette erhielten.Dieser Effekt ist aber nur bei einer von 16 Versuchsgruppen statistisch gesichert.Partially hardened groundnut oil and soyabean oil were heated with and without frying goods under good manufacturing practice up to 96 hours and then fed to two generations of Wistar rats in long-term feeding experiments. The over-all life span of the animals fed the unheated or heated fats respectively is practically identical and not influenced by the treatment of the fats. Furthermore our data indicate a tendency that rats fed with the unheated fats showed an increased mortality in the early periods of the experiment if compared with those groups which received the heated fats. This effect, however, is statistically significant only in case of one group out of 16 experimental groups.

Die Lipide im Fleisch und im Rogen frischer und geräucherter Fische by Anke Meizies; Irene Reichwald (248-251).
Das Fleisch von fünf geräucherten Fischen — Stör, Aal, Hering, Dornhai und Grauhai — wurde untersucht. Ferner wurden die frischen Rogen von Stör und Seehase sowie der geräucherte Rogen vom Dorsch untersucht.Frische Fische haben einen niedrigeren Fettgehalt als geräucherte Fische. In der Zusammensetzung der Lipidklassen ist kein Unterschied festzustellen; auch die Zusammensetzung der Fettsäuren ist sehr ähnlich. Die frischen Fische enthalten jedoch höhere Anteile an Eicosapentaensäure und Docosahexaensäure als die geräucherten. Im Fleisch von Haien kommen in größeren Mengen Glycerinätherdiester vor; Rogen enthalten relativ große Mengen an Cholesterinestern und Spuren an Wachsestern.The muscle lipids of smoked sturgeon, eel, herring, dogfish and dusky shark were analyzed. In addition, the lipids of sturgeon and lumpsucker roe, and smoked roe of cod were investigated.The lipid content of fresh fish is lower than that of smoked fish, the composition of lipid classes and the fatty acid pattern of the total lipids in fresh and smoked fish are similar. The lipids of fresh fish products contain somewhat more eicosapentaenoic and docosahexaenoic acids than those of smoked fish.The lipids of shark meat include substantial proportions of glycerylether diesters, whereas the lipids of roe contain considerable amounts of cholesteryl esters and traces of wax esters.

Tierexperimentelle Untersuchungen zur chronischen Toxizität von Kaffee und Coffein by O. Strubelt; C. -P. Siegers; H. Breining; J. Steffen (252-260).
Ratten erhielten über 6–7 Monate als einziges Getränk coffeinhaltigen Kaffee oder Coffeinlösung in zwei verschiedenen Konzentrationen. Die tägliche Coffeinaufnahme lag zwischen 35 und 60 mg/kg. Kontrolltiere konsumierten coffeinfreien Kaffee oder Wasser. Gewicht, Futter- und Flüssigkeitsverbrauch wurden während des gesamten Versuchszeitraumes fortlaufend kontrolliert. Bei Versuchsende wurden folgende Untersuchungen vorgenommen: Blutbild, Harnstatus, Serumkonzentrationen an Glukose, freien und veresterten Fettsäuren, Cholesterin, GOT und GPT, Organgewichte, Gesamtfett- und Triglyceridkonzentrationen der Lebern; Leber, Herz und Nieren wurden außerdem histologisch untersucht.Die mit Kaffee (coffeinhaltig und coffeinfrei) bzw. Coffein versorgten Ratten hatten den gleichen Futterverbrauch wie die wassertrinkenden Kontrolltiere; dennoch war die Gewichtszunahme der mit coffeinhaltigem und die der mit coffeinfreiem Kaffee getränkten Tiere etwas geringer, so daß ihr Körpergewicht bei Versuchsende um 6–7 % niedriger war als das der wassertrinkenden Kontrolltiere. Die weiteren Untersuchungen gaben keinen Anhalt für eine toxische Wirkung des Kaffees bzw. Coffeins. Insbesondere fand sich kein Hinweis auf eine Schädigung oder Verfettung der Leber. Eine lipolytische Wirkung des Kaffees bzw. des Coffeins war in diesen chronischen Versuchen nicht nachzuweisen. Die Serumglukosekonzentrationen der mit Kaffee bzw. Coffeinlösung versorgten Tiere lagen bei Versuchende etwas niedriger als die der mit Wasser getränkten Kontrollen.For 6–7 months, rats received as sole liquid regular coffee or caffeine solution in two different concentrations. Daily caffeine intake ranged between 35 and 60 mg/kg. Controls received decaffeinated coffee or water. Body weight, food, and liquid consumption were controlled continuously during the experiments. At the end of the observation period, the following parameters were checked: red and white blood count, urinalysis, serum concentrations of glucose, free and esterified fatty acids, cholesterol, GOT and GPT, weights of various organs, total fat and triglyceride content of the livers; in addition, livers, hearts, and kidneys were examined histologically.The rats which had been given regular or decaffeinated coffee or caffeine solution consumed the same amounts of food as the water-drinking controls; in spite of this, at the end of our experiments, body weights of the coffee drinking rats were by 6–7 % lower than those of the controls. Caffeine solution exerted no influence on body weight. Further examinations revealed no toxic effect of coffee or caffeine, and particulary no signs of damage or adipose degeneration of the liver. There was no lipolytic action of coffee or caffeine in these chronic studies. Serum glucose concentrations of the coffee or caffeine consuming rats were slightly lower at the end of experiments than those of the water drinking controls.

Pyruvat- und α-Ketoglutaratatmung in Mitochondrien der Thiaminmangelratte by D. Januschke; H. Reinauer; S. Hollmann (261-273).
In isolierten Mitochondrien aus den Organen von Normal- und Mangeltieren wurde der Abbau von Pyruvat und α-Ketoglutarat gemessen. Der P/O-Quotient beträgt bei Normaltieren mit Pyruvat als Substrat 2,4 bis 2,6, mit α-Ketoglutarat 2,1 bis 2,8. Die endogene Atmung nimmt im Verlauf des Thiaminmangels zu.In Mangeltiermitochondrien geht in Abhängigkeit von der Schwere des Thiaminmangels der Sauerstoffverbrauch zurück, kann aber durch In-vitro-Zugabe von Thiaminpyrophosphat über die Kontrollwerte hinaus reaktiviert werden. Diese Reaktivierung fehlt im terminalen Stadium des Mangelzustandes und kann durch Zugabe von Extrakten aus normalen Mitochondrien nicht bewirkt werden. Der P/O-Quotient der Mitochondrien sinkt in der terminalen Phase des Thiaminmangels irreversibel auf 0,2 ab. Aus den Befunden wird auf eine Schädigung des Pyruvatdehydrogenasekomplexes im schweren Thiaminmangel geschlossen. Eine Inaktivierung des Enzymkomplexes durch Interkonvertierung liegt nicht vor.

Es wird eine einfache Methode angegeben, die die Orientierung über das Körpergewicht vergangener Populationen gestattet. Es wird die Breite der Extremitäten-Gelenke bestimmt und die so erhaltenen Zahlenwerte summiert. Es wird zur Berechnung der Körperhöhe die Länge des Armknochens und des Schenkelknochens gemessen. Mit Hilfe eines von uns konstruierten Nomogramm ist das Körpergewicht zu berechnen.

Buchbesprechungen by J. Schormüller; H. K. Frank; W. Wirths (286-286).

Mitteilungen (287-287).

Berichtigung by P. -U. Heuckenkamp (288-288).