European Journal of Nutrition (v.12, #1)

Untersuchungen zur parenteralen Verwertung von Oligosacchariden beim Menschen und der Ratte by H. Reinauer; H. Weber; S. Hollmann; G. BÜsing; H. Peterssen-Borstel (10-19).
Keywords: Oligosaccharide; Stoffwechsel; parenterale Ernährung; Utilisation of oligosaccharides; parenteral application; metabolism

Es wurde an 60 Personen zwischen 25–55 Jahren (40 Männer und 20 Frauen) röntgenologisch die Breite der Kondylen des Femurs und des Humerus bestimmt. Das „Mager“ gewicht des Körpers haben wir mit einer durch uns modifizierten Methode des Verfahrens vonD. P. Willoughby aus der Schulterbreite und der Beckenbreite berechnet. Wir konnten die Annahme von W.v. Döbeln bestätigend feststellen, daß die bikondylären Breiten des Armknochens und des Schenkelknochens zur Beurteilung des „Mager“gewichtes verwendet werden können. Auch an fossilen Knochenresten von Ausgrabungen kann dieses Verfahren leicht zur Beurteilung des „Mager“-bzw. des Körpergewichtes angewendet werden.

An 35 männlichen Jugendlichen zwischen 14–20 Jahren haben wir das anthropometrische VerfahrenD. P. Willoughbys angewendet und damit das Körperfett und das „Magergewicht“ bestimmt. Die so erhaltenen Zahlenwerte wurden mit den Körperfettwerten, die aus den Hautfaltenwerten an vier verschiedenen standardisierten Körperstellen bestimmt waren, verglichen. Es wurde durch die Multiplikation der Körperfläche mit der Unterhautfettgewebsschicht das Depotfett bestimmt. Die so erhaltenen Zahlenwerte sind wesentlich kleiner als sie mit den „indirekten“ Formeln zu berechnen sind. Die vorgeschlagenen und in der Literatur angewendeten „indirekten“ Formeln können unschwer und zuverlässig angewendet werden. Immerhin ist zu berÜcksichtigen, daß sich die so erhaltenen Zahlenwerte untereinander systematisch unterscheiden und daher bei eventueller Umrechnung gewisse rechnerische Korrekturen erfordern.

Eisenaufnahme gesunder Klein- und Schulkinder mit herkömmlicher Kost by C. Schlage; Helga Stolley; W. Droese (32-40).
In 148 Tagesnahrungen gesunder Kinder wurden die täglichen Eisenaufnahmen analytisch und durch Berechnung mit Nährstofftabellen bestimmt. Die analytisch bestimmten Eisenaufnahmen von 3–5jährigen Kindern betrugen 5,4±1,7 mg/Tag, die von 10–13jährigen Kindern 9,5±4,5 mg/Tag.Die mit Nährstofftabellen berechneten Tagesaufnahmen lagen im Durchschnitt 2 mg pro Tag höher als die analytisch bestimmten Werte. Die GrÜnde werden diskutiert.Zwischen dem Eisengehalt der Tagesnahrungen auf der einen Seite und dem Brennwert, dem Protein-, Fett- und Kohlenhydratgehalt auf der anderen Seite besteht keine ausgeprägte Beziehung.Die analytisch bestimmten Eisenaufnahmen schwanken von Tag zu Tag bis zum 30fachen des niedrigsten Wertes.Die Bedeutung der Ergebnisse fÜr die praktische Ermittlung von Eisenaufnahmen mit Hilfe von Nährstofftabellen wird diskutiert.In 148 daily food intakes of healthy children, the iron contents were determined by chemical analysis and by calculations using food composition tables. The daily iron intakes as determined by analysis were 5.4±1.7 mg per day and 9.5±4.5 mg/day for children aged 3–5 years and 10–13 years, respectively.On the average, the data calculated from food composition tables were 2 mg per day higher than the data obtained by chemical analysis. The reasons are discussed.No special correlation was obtained between the iron contents of the daily food intakes on the one hand, and the fuel values, the protein, fat and carbohydrate contents on the other hand.The iron intakes obtained by analysis showed a strong day-to-day variation up to the 30 fold value as compared to the minimum intake.The relevance of the results, concerning data on iron intakes as obtained by calculations from food composition tables is discussed.

Der Einfluß von äthanol auf den Pyruvatabbau der Ratte by L. Helmig; H. Reinauer; S. Hollmann (41-49).
Die Abatmung von14C2 aus Pyruvat-1-14C wird durch äthanol in Normal- und Thiaminmangeltieren verzögert. In äthanoladaptierten Ratten ist dieser Effekt geringer.Die aktuelle Pyruvathydrogenaseaktivität in der Leber von äthanoladaptierten Ratten ist nicht signifikant reduziert. 4 Std. nach einer äthanolinjektion ist die aktuelle Pyruvatdehydrogenaseaktivität in Normaltieren und äthanoladaptierten Tieren signifikant vermindert.Die Gesamtaktivität der Pyruvatdehydrogenase ist unter äthanol in den Organen Herz, Leber, Gehirn nicht vermindert.Hohe Thiaminpyrophosphat-Konzentrationen aktivieren die Pyruvatdehydrogenaseaktivität auch bei niederen Mg++-Monenkonzentrationen.

Intravenöse Fettinfusionen (Sojabohnenöl) können in der postoperativen Phase zu metabolischen Acidisierungen fÜhren, die wahrscheinlich auf der BicarbonatpufferverdÜnnung beruhen. In therapeutischen Dosen sind diese Veränderungen jedoch nicht bemerkenswert. Bedarfsangepaßte Aminosäurenlösungen bewirken in jeder handelsÜblichen Zusammensetzung metabolische Acidisierungen auf Grund niedrigen pHs, hoher Pufferkapazität, geringer Volumenwirkung und oft nicht unerheblichen Kohlenhydratgehaltes.Intravenous fat-infusions (Soya bean oil) in postoperative period may lead to metabolic acidifyings. Probably they rest on dilution of the bicarbonate buffer. In therapeutic doses however these changes are not remarkable. Requirement-adapted amino-acids-solutions in every composition usual in trade produce metabolic acidifyings by owing low pH, large buffer-capacity, small volume-effects and often considerable contents of carbohydrates.

Elektrolytinfusionen enthalten oft alkalisierende Ionen, die einer Verschiebung des SBH in der postoperativen Phase Vorschub leisten können. Kohlenhydratlösungen sind sehr sauer, zeigen jedoch geringe Pufferkapazität. Konzentrationen ab 20% sollten in zentrale Gefäße infundiert werden. Durch Infusion kommt es mit zunehmender Konzentration und Menge zu kurzfristigen metabolischen Acidisierungen.Often electrolyte-solutions contents alkalising ions. These may interfere a displacement of the acid-base balance in postoperative period. Carbohydrate-solutions are of high acidity but of minimal buffer-capacity. Concentrations above 20% may be infused in central vessels. Infusions of carbohydrates induce with increasing concentration and volume acidifyings of minimal duration.

Die Lipide aus dem Fleisch von sechs SÜßwasserfischen — Hecht, Quappe, Zander, Stör, Lachs, Aal — wurden analysiert. Zum Vergleich wurden die Lipide der Scholle, eines typischen Seefischs, untersucht. Die Lipide von Stör, Lachs und Aal enthalten, wie die meisten SÜßwasserfische, relativ hohe Anteile an öl- und Linolsäure und niedrige Anteile an Eicosapentaen- und Docosahexaensäure. DemgegenÜber ähneln die Fettsäuremuster der Lipide aus dem Fleisch von Hecht, Quappe und Zander, drei typischen SÜßwasser-Raubfischen, mehr denen der Seefische als denen „vegetarischer“ SÜßwasserfische.Muscle lipids of six freshwater fish viz., pike, burbot, walleye pike, sturgeon, salmon and eel, were analyzed. For comparison, the lipids of plaice, a typical marine fish, were investigated. The lipids of sturgeon, salmon and eel contain, as those of most freshwater fish, relatively high proportions of oleic and linoleic acids but only small amounts of eicosapentaenoic and docosahexaenoic acids. In contrast, the fatty acid profiles of lipids from the flesh of pike, burbot and walleye pike three typical carniverous freshwater fish, resemble those of marine fish.

Both chenodeoxycholic acid and lithocholic acid intensified the production of cholesterol gallstones when added at the level of 0.1% to a basal diet under conditions in which production of cholesterol gallstones by the unsupplemented basal diet was low or moderate. But the effect of chenodeoxycholic acid was somewhat more marked than the effect of lithocholic acid.When added at the 0.1% level to a basal diet under conditions in which the unsupplemented basal diet produced no cholesterol gallstones but a moderate incidence of amorphous pigmented gallstones, chenodeoxycholic acid gave rise to abundant formation of cholesterol gallstones, whereas only slight production of cholesterol gallstones was seen with dehydrocholic acid and deoxycholic acid and none with cholic acid. Occurrence of amorphous pigmented gallstones was more frequent in the group of animals receiving the unsupplemented basal diet than in the groups receiving additions of dehydrocholic, deoxycholic, cholic, and — especially — chenodeoxycholic acid.The importance of the stock diet used in the hamster colony to the development of gallstones occurring when the animals are exposed to the artificial experimental regimen is mentioned.Nicht nur Chenodeoxycholsäure, sondern auch Lithocholsäure intensivierte die Bildung von Cholesterin-Gallensteinen, wenn als Zulage in der Höhe von 0,1% zu einer kÜnstlichen Basal-Nahrung gegeben unter Bedingungen, unter denen die Bildung von Cholesterin-Gallensteinen durch die Basal-Nahrung allein nur gering oder mäßig war. Die Wirkung von Chenodeoxycholsäure war etwas stärker als die Wirkung von Lithocholsäure.Wenn als Zulage in der Höhe von 0,1% zu einer Basal-Nahrung gegeben unter Bedingungen, unter denen die Basal-Nahrung allein nicht zur Bildung von Cholesterin-Gallensteinen, sondern — in mäßigem Umfange — zur Bildung von amorphen, pigmentierten Gallensteinen Anlaß gab, fÜhrte Chenodeoxycholsäure zu reichlicher Bildung von Cholesterin-Gallensteinen, während Bildung von Cholesterin-Gallensteinen unter dem Einfluß von Dehydrocholsäure und Deoxycholsäure nur gering war, und unter dem Einfluß von Cholsäure nicht vorkam. Das Vorkommen von amorphen, pigmentierten Gallensteinen war häufiger in der mit der Basal-Nahrung ohne Zulage von Gallensäuren gefÜtterten Gruppe von Hamstern als in den mit Zulage von Dehydrocholsäure, Deoxycholsäure, Cholsäure und Chenodeoxycholsäure gefÜtterten Gruppen, besonders in der zuletzt erwähnten Gruppe.Die Bedeutung der in der Hamster-Kolonie benutzten „Stock-Nahrung“ fÜr die Entwicklung von Gallensteinen unter dem Einfluß der kÜnstlichen Experimental-Nahrung wird erwähnt.

Mitteilungen (108-108).