European Journal of Nutrition (v.6, #4)

Die Umsatzprodukte von Pflanzenphenolen, Hydroxysäuren, Aminosäuren und Äthanol mit Pyrokohlensäurediäthylester werden von den Verdauungsenzymen so rasch und so ergiebig gespalten, daß mit einer Resorption derselben nicht zu rechnen ist.Beide Verbindungen werden in wäßriger Lösung spontan mit einer Halbwertszeit von 5–10 Tagen hydrolysiert.Die Resorption der Verbindungen ist sohlecht.Die Verbindungen werden im Körper nicht gespeichert sondern abgebaut. Nach 24 Stun- den finden sich im Organismus nur 0,5–2% der verabreichten Aktivität. Die Verwendung von Pyrokohlensäurediäthylester zur Behandlung von Fruchtsäften und Wein wirft daher keine toxikologischen Probleme auf und ist von der gesundheitlichen Seite aus betrachtet duldbar.Eine ausführliche Publikation der erhaltenen Befunde wird in der Zeitschrift für Lebensmitteluntersuchung und -Forschung erfolgen.

Zur Frage der Resorption von Polyphosphaten by M. Fingerhut; F. Ruf; K. Lang (228-241).
Es wird über Stoffwechselversuche an Ratten zur Prüfung der Frage nach einer Resorption anorganischer Polyphosphate berichtet.32P-markierte Polyphosphate, nämlich Tetranatriumdiphosphat, Pentanatriumtriphosphat und Natriumpolyphosphat 64, wurden Ratten mit der Schlundsonde appliziert, die Tiere nach jeweils 1, 2, 4, 8 und 16 Stunden decapitiert und das Frischblut zur Identifizierung des vorhandenen Phosphates und der daran gebundenen32P-Aktivität radiometrisch und papierehromatographisch untersucht. Im enteiweißten Vollblut konnten stets nur zwei radioaktive phosphathaltige Substanzen festgestellt werden, die sich als anorganisches Monophosphat und Adenosinmonophosphorsäure AMP identifizieren ließen, d. h. es wird ausschließlich Monophosphat resorbiert, das durch enzymatische Aufspaltung der Polyphosphate gebildet wird.Die Menge des aus den Polyphosphaten zur Resorption gelangenden Monophosphata ist eine Funktion des Kondensationsgrades und wird mit zunehmender Kettenlänge immer kleiner. Das so aufgenommene Monophosphat wird dann mit der durch den Resorptionsbzw. Phosphorylierungsvorgang bedingten zeitlichen Verschiebung in die organische Bindung der Adenosinphosphorsäureester übergeführt.Damit ist ein weiterer Beweis für das gleiche Ergebnis aller bisherigen chronischen Toxizitätsstudien erbracht, daß sich die Polyphosphate bei oraler Zufuhr physiologisch qualitativ und quantitativ gleich wie das Monophosphat verhalten und daher auch auf jeder Konzentrationsstufe ein gleiches pharmakologisch-toxikologisches Bild zeigen. Polyphosphate besitzen also keine zusätzlichen, insbesondere für diese Stoffgruppe l"spezifischen Giftwirkungen“.Dieses Ergebnis bestätigt erneut die bereits durch die FAO/WHO und die Deutsche Forschungsgemeinschaft erfolgte toxikologische Beurteilung der Polyphosphate, wonach diese nur in dem Umfang im Organismus wirken, in dem sie zu Monophosphat (= Orthophosphat) aufgespalten werden. Daher ist deren tägliche Zufuhr mit der Nahrung nur im Rahmen der täglichen Gesamtphosphatzufuhr (natürlicher P-Gehalt der Nahrung + zugesetzte Mono- und Polyphosphate) zu berücksichtigen.

Die Fettsäuren der Leberlipide der Ratte bei Inanition by Günther Ritzel; Karl Bernhard (248-252).
Verminderte Nahrungszufuhr an Ratten bis zu Gewichtsverlust von 10–50% führte zu keinen wesentlichen Veränderungen der Fettsäure-Zusammensetzung der Leberlipide.

The incidence of encephalomalacia in chicks reared on diets with different levels of linoleic acid and d-α-tocopherol acetate were recorded.The experimental feeding began when the chicks were 6–7 days old and lasted 38 to 40 days.Two experiments were carried out, each with 24 groups of 10 chicks.In the first experiment, the different levels of linoleic acid were provided in the form of lard and lard supplemented with corn oil freed from tocopherol by adsorption on filtrol; in the second experiment, the linoleic acid levels were provided in the form of lard and lard supplemented with sunflower seed oil freed from tocopherol in the same way. The level of total fat, 30%, was the same in all diets.The dietary levels of linoleic acid were: in the first experiment, 1.95, 3.37, and 4.79 per cent; in the second experiment, 1.95, 3.35, and 5.69 per cent.Eleven different levels of d-α-tocopherol acetate ranging from 0 to 3.73 mg per 100 g diet were used.Within the range of linoleic acid levels used, the incidences of encephalomalacia were determined by the levels of d-α-tocopherol acetate and independent of the levels of linoleic acid.Mean values of the incidences of encephalomalacia found at a given level of d-α-tocopherol acetate were found to lie on a smooth curve when plotted against the logarith of the tocopherol level.Gruppen von Küken wurden mit Nahrungen mit verschiedenen Höhen von Linolsäure und d-α-Tocopherolacetat verfüttert. Die Häufigkeit des Auftretens von Encephalomalazie in den verschiedenen Gruppen wurde ermittelt.Die Experimentalfütterung wurde angefangen, wenn die Küken 6 bis 7 Tage ait waren und dauerte 38–40 Tage.Zwei Versuchsreihen, jede mit 24 Gruppen von 10 Küken wurden ausgeführt.Die Beibringung der verschiedenen Höhen von Linolsäure erfolgte in der ersten Versuchsreihe mit Hilfe von Schweineschmalz und Schweineschmalz versetzt mit Maisöl, das vorher durch Adsorption auf Filtrol von Tocopherol befreit worden war; in der zweiten Versuchsreihe wurden zu dem selben Zweck Schweineschmalz und Schweineschmalz versetzt mit in ähnlicher Weise von Tocopherol befreitem Sonnenblumöl, verwendet. Der Gehalt an Gesamt-Fett war in allen Nahrungen 30%.Die verschiedenen Höhen von Linolsäure waren in der ersten Versuchsreihe 1,95, 3,37 und 4,79%; in der zweiten Versuchsreihe 1,95, 3,35 und 5,69%.Elf verschiedene Höhen von d-α-Tocopherolacetat im Bereich von (einschließlich) 0 mg bis 3,73 mg per 100 g Nahrung wurden verwendet.Innerhalb des Bereichs der verwendeten Höhen von Linolsäure waren die Häufigkeiten von Encephalomalazie in den verschiedenen Gruppen durch die Höhen des d-α-Tocopherolacetats bestimmt und abhängig von den Höhen von Linolsäure.Die Mittelwerte der bei einer gegebenen Höhe von Tocopherol gefundenen Häufigkeit von Encephalomalacie liegen auf einer gleichmäßig verlaufenden Kurve, wenn dieselben gegen den Logarithmus der Tocopherolhöhe graphisch aufgeführt werden.

Thermo-analytische Untersuchungen von Sterinen by Béla Lóránt (258-272).

Buchbesprechungen by H. Mehnert; C. H. Mellinghoff; R. Frey; M. Halmagyi; K. Täufel; K. Bernhard; K. Lang; K. Heyns; J. Tiews; W. Schuphan; J. Brüggemann; J. F. Reith; W. Walter; W. Partmann; V. Meyer; E. Ühlein; Rotzsch (273-288).