European Journal of Nutrition (v.5, #3-4)

Alimentary production of gallstones in hamsters by H. Dam; F. Christensen (149-160).
Young hamsters from our stock colony were reared on a diet with 20% casein, 72.3% sucrose, and 2% lard, which produced a rather high incidence of cholesterol gallstones and a low incidence of amorphous pigmented gallstones in the intact and untreated control animals.Aftergonadectomy of both sexes, the incidence of cholesterol gallstones was lower and the incidence of amorphous pigmented gallstones higher than in the control animals, but the percentage of animals without gallstones was not altered by gonadectomy.Under the circumstances of the experiment,testosterone treatment of the intact males andestradiol treatment of the intact females showed no influence on gallstone production.Intact females treated withprogesterone had a lower incidence of cholesterol gallstones and a higher incidence of amorphous pigmented gallstones than the untreated females.All the animals treated withcortisone had cholesterol gallstones and none of them had amorphous pigmented gallstones.Animals treated withdesiccated thyroid gland had a lower incidence of cholesterol gallstones and a higher incidence of amorphous pigmented gallstones than the control animals.Animals treated withmethylthiouracil had a high incidence of cholesterol gallstones and no amorphous pigmented gallstones.The principles for further studies on the alimentary production of gallstones under varied hormonal conditions are discussed.Junge Hamster von unserer Kolonie wurden mit einer Gallensteine hervorrufenden Nahrung gefüttert. Diese Nahrung, welche 20% Kasein, 72,3% Saccharose und 2% Schweineschmalz enthielt, rief eine recht hohe Inzidenz von Cholesterin-Gallensteinen und eine niedrige Inzidenz von amorphen pigmentierten Gallensteinen in den intakten und unbehandelten Kontrolltieren hervor.Nach Gonadektomie der beiden Geschlechter war die Inzidenz von Cholesteringallensteinen niedriger und die Inzidenz von amorphen pigmentierten Gallensteinen höher als in den Kontrolltieren. Der prozentuale Anteil von Tieren ohne Gallensteine wurde durch Gonadektomie nicht geändert.Unter den benutzten Versuchsbedingungen zeigten Testosteronbehandlung der intakten Männchen und Oestradiolbehandlung der intakten Weibchen keinen Einfluß auf die Gallensteinbildung.Progesteronbehandelte intakte Weibchen hatten eine niedrigere Inzidenz von Cholesteringallensteinen und eine höhere Inzidenz von amorphen pigmentierten Gallensteinen als die unbehandelten Weibchen.Alle mit Cortison behandelten Tiere hatten Cholesteringallensteine, und keines von diesen Tieren hatte amorphe, pigmentierte Gallensteine.Tiere, welche mit Gl. thyreoidea sicc. behandelt wurden, hatten eine niedrigere Inzidenz von Cholesteringallensteinen und eine höhere Inzidenz von amorphen pigmentierten Gallensteinen als die Kontrolltiere.Tiere, die mit Methylthiouracil behandelt wurden, hatten eine hohe Inzidenz von Cholesteringallensteinen und keine amorphen pigmentierten Gallensteine.Die Prinzipien für weitere Untersuchungen über die alimentäre Gallensteinbildung unter variierten hormonalen Bedingungen sind erörtert.

The effect of orally ingested cerebroside on the excretion of coprostanol in cholesterol-fed rats by I. Berg Hansen; A. Snog-Kjaer; I. Prange; G. Hølmer; E. Søndergaard; H. Dam (174-183).
The influence of orally ingested cerebroside on the conversion of cholesterol into coprostanol in the intestine of rats has been reexamined.Ingestion of cerebroside to rats receiving a diet containing cholesterol increased the fecal excretion of total and saturated sterols, the ratio saturated to unsaturated sterols determined by digitonin precipitation with and without preceding bromination, and the ratio coprostanol to cholesterol determined by thin-layer chromatography.Ingestion of cerebroside did not change the total count of bacteria per g of colonic content of the rats.By incubation of a brain substrate with a series of dilutions of colonic content from rats receiving the cholesterol containing diet with and without cerebroside, the limit for conversion of cholesterol to coprostanol was found at dilutions of the same order of magnitude.Cholesterol held in solution by chromatographically purified lecithin, shown by thinlayer chromatography to be free from cerebroside, could be converted into coprostanol by incubationin vitro with a culture of bacteria. Presence of cerebroside, therefore, is not a condition for formation of coprostanol.Approximately half of the cholesterol present in an aqueous transparent solution of cholesterol in sodium deoxycholate could be adsorbed to cerebroside merely by being shaken with it.These results confirm the assumption that the effect of ingested cerebroside on the excretion of coprosterol is due to adsorption of a considerable part of the cholesterol present in the intestine on the insoluble cerebroside, whereby an increased amount of cholesterol becomes exposed to the action of bacteria in the coecum and large intestine.Der Einfluß von oral verabreichtem Cerebrosid auf die Umbildung von Cholesterin in Coprosterin im Darmtractus der Ratte wurde von neuem untersucht.Verabreichung von Cerebrosid an Ratten, die mit einer cholesterinhaltigen Nahrung gefüttert wurden, erhöhte die Exkretion von Gesamt-Sterin und gesättigtem Sterin, das Verhältnis von gesättigtem zu ungesättigtem Sterin (ermittelt durch Digitoninfällung mit und ohne Brombehandlung), sowie das Verhältnis von Coprosterin zu Cholesterin (durch Dünnschicht-Chromatographie bestimmt).Verabreichung von Cerebrosid veränderte nicht die Gesamtzahl der Bakterien pro Gramm Coloninhalt der Ratten.Bei Inkubation von einem Hirnsubstrat mit verschiedenen Verdünnungen von Coloninhalt von Ratten, die mit einer cholesterinhaltigen Nahrung mit und ohne Cerebrosid gefüttert waren, wurde die Grenze für Coprosterinbildung bei Verdünnungen von derselben Größenordnung gefunden.Cholesterin, gelöst in einer wässerigen kolloiden Lösung von auf chromatographischem Wege gereinigtem Lecithin, das sich durch Dünnschicht-Chromatographie als cerebrosidfrei erwies, konnte durch Inkubation mit einer Bakterienkultur in Coprosterin umgebildet werden. Anwesenheit von Cerebrosid ist deshalb keine Bedingung für die Coprosterinbildung.Wenn eine transparente wässerige Lösung von Cholesterin in Natriumdesoxycholat mit Cerebrosid geschüttelt wurde, adsorbierte das Cerebrosid ungefähr die Hälfte des Cholesterins.Die vorliegenden Ergebnisse bestätigen die Annahme, daß die Wirkung des Cerebrosids auf die Exkretion von Coprosterin dadurch zustandekommt, daß ein beträchtlicher Teil des sich im Darmtraktus befindlichen Cholesterin auf das unlösliche Cerebrosid adsorbiert, und dadurch der Resorption entzogen und der Wirkung der Bakterien im Dickdarm und Coecum ausgesetzt wird.

The complexing of calcium by citrate, ortho- and polyphosphates by S. C. Batra; J. M. de Man (183-186).
The calcium ion complexing ability of orthophosphates, polyphosphates and citrate was determined by measuring free calcium ions in mixtures of these salts and calcium chloride. Primary and secondary orthophosphates showed no calcium complexing ability; sodium citrate, sodium hexametaphosphate, sodium tripolyphosphate and sodium tetra phosphate were effective calcium complexing agents and the pK values in the presence of sodium chloride and of tetraethylammonium bromide were determined. All pK values were higher in the absence of sodium ions indicating a competitive effect of the sodium ion. The lack of calcium complexing ability of ortho-phosphate could also be demonstrated by a cryoscopic technique.

Röntgenologische Beurteilung der chemischen Zusammensetzung des Körpers by Chefarzt Dr. med., Dr. phil. Blasius Bugyi (187-190).
Es wird vorgeschlagenallein röntgenologisch die Menge der Muskulatur, des Fettgewebes und der Knochen am Menschen zahlengemäß zu bestimmen. Die Mengen der einzelnen Gewebe stehen miteinander in zahlengemäßem Zusammenhang. Die Breite der Muskulatur, des Fettgewebes und der Knochen können mit den Körpermaßen in mathematische Beziehungen gebracht werden.

Über die gegenseitige Beeinflussung von Vitamin E, Vitamin A und Carotinoiden by G. Brubacher; K. Schärer; A. Studer; O. Wiss (190-202).
Erhalten Ratten hohe Dosen Vitamin A,β-Carotin,β-Apo-8′-carotinal oderβ-Apo-8′-carotinsäureäthylester, peroral, so wird gleichzeitig verfüttertes Vitamin E schlechter in der Leber gespeichert, als wenn Vitamin E alleine angeboten wird. Mit hohen Dosen Vitamin A oder Carotinoiden behandelte Ratten oder Kaninchen verarmen rascher an Vitamin E. Es wird vermutet, daß dieser antagonistischen Wirkung ein Mechanismus zukommt, welcher für alle isoprenartigen Verbindungen in mehr oder weniger starkem Ausmaß charakteristisch ist.Für die Vitamin E-Versorgung des menschlichen Organismus hat dieser Antagonismus keine Bedeutung, da er erst bei Dosen von Vitamin A bzw.β-Carotin und Carotinoiden in Erscheinung tritt, welche ein Vielfaches dessen darstellen, was normalerweise in der Nahrung an diesen Verbindungen enthalten ist.

Über den Geschmack der Chlorogensäure by G. Ordynsky (203-206).
Durch Untersuchungen über die Geschmackswirkung der Chlorogensäure, die unter Anwendung der Dreiecksmethode durchgeführt wurden, konnte festgestellt werden, daß nur der kleinere Teil der Versuchspersonen die Chlorogensäure als adstringierend empfand. Bei dem größten Teil der Untersuchten wurde dagegen die adstringierende Wirkung der Chlorogensäure durch ihren vorherrschenden sauren oder bitteren Geschmack überdeckt.It had to be investigated by triangular tast tests, if the Chlorogenic Acid is endowed with an adstringent taste component. An adstringent effect of the Chlorogenic Acid, however, could not be proved by statistical means.

Buchbesprechungen by W. Heimann; Fricker; D. Heesen; K. H. Bässler; K. Lang; H. Langendorf; R. Pannhorst; W. Wirths; C. H. Mellinghoff; F. Heepe (210-218).

Mitteilungen (219-220).