European Journal of Nutrition (v.1, #1)

EinführungIntroduction by K. Lang (1-2).

Untersuchungen über die Eisenresorption bei Gastroduodenitis by Dr. D. Glaubitt; J. -G. Rausch-Stroomann (3-8).
Bei 19 Gesunden und 29 Patienten mit Gastroduodenitis wurden Eisenbelastungen mit peroraler und intravenöser Zufuhr des Eisens durchgeführt. Bei der peroralen Zufuhr ließ der vergleichsweise flache Verlauf der Kurve des Serumeisens an eine gestörte Resorption bei den Magenkranken denken, zumal bei den intravenösen Belastungen eine statistisch wahrscheinliche Differenz für einen Eisenmangel bei dieser Gruppe sprach.Es wird diskutiert, ob vielleicht neben einer Resorptionsstörung außerdem die an auswertbarem Eisen besonders armen Diätformen für Magenkranke verantwortlich zu machen sind, die oft jahrelang eingehalten werden.Auf jeden Fall sollte man bei jeder Erkrankung an Gastroduodenitis an einen latenten Eisenmangel denken und ihn behandeln.

Die Verfasser untersuchten den Einfluß von angereichertem Maismehl und zusätzlicher Milch auf den Protein-, Hämoglobin- und Tryptophangehalt des Blutes 7- bis 10-jähriger Schulkinder, die sich bis dahin fast ausschließlich mit Maismehl ernährt hatten.Der Plasmaproteingehalt, der auch vorher normal war, blieb nach 11/2 Jahre dauernder verbesserter Ernährung unverändert.Der Hämoglobingehalt stieg durchschnittlich um 0,5 g/100 ml. Die Erhöhung war um so größer, je niedriger der primäre Gehalt gewesen war.Durch die verbesserte Ernährungsweise steigerte sich besonders auffallend der Gehalt des Gesamttryptophans im Plasma, und zwar um durchschnittlich 18,2 mg/% bzw. — auf 1 Gramm Plasmaprotein berechnet — um 25%.The influence of enriched maize-meal and milk on the content of proteins, haemoglobin and tryptophan in blood of 7–10 years old school children, who were previously nourished only on maize-meal, has been investigated.The content of proteins in plasma, which was normal before improvement of the food, remained unchanged during 1 1/2 years of improved feeding.The content of haemoglobin increased on the average by 0,5 g per 100 ml of blood. The smaller was the initial content, the greater was the increase.The total content of tryptophan in plasma increased on the average by 18,2 mg%. The increase calculated for 1 g of plasma-protein amounted to about 25%.

Die Ausgabe einer warmen Mittagsmahlzeit an den Berufstätigen wirkt sich sowohl unter ernährungsphysiologischem Blickpunkt als auch durch Aufrechterhaltung optimaler Leistungsfähigkeit in ökonomischer Hinsicht günstig aus und ist zugleich als prophylaktische Maßnahme anzusehen.Für Schwer- und Schwerstarbeiter ist neben der erforderlichen Qualität des Werksessens die Quantität, ausgedrückt in kcal, von besonderer Bedeutung. Die von uns seit langem vertretene Ansicht, daß Schwer- und Schwerstarbeiter deren quantitative Ernährungsnorm um 4000 kcal und darüber liegt, nicht ein Drittel des Tagesbedarfs, sondern im Mittel etwa 1100 kcal mittags zu sich nehmen sollten, hat sich durch ausgedehnte Umfragen unseres Instituts für Ernährung, Potsdam-Rehbrücke bestätigt: In 3 Großbetrieben durchgeführte Untersuchungen und Berechnungen des Werkessens bei Schwerund Schwerstarbeitern — Hochöfner, Schmelzer, Former, Gießer Schlosser„ Bauhandwerker, Straßenbauarbeiter u. ä. — ergaben unter Berücksichtigung der Nachschläge auf der Basis gewogener Mittelwerte effektive Verzehrmengen von 1086 oder aufgerundet 1100 kcal je Betriebsmittagsmahlzeit.In einem Ausblick (Tabelle 4) werden einige wichtige Relationen, wie z. B. die Nährstoffanteile an Eiweiß:Fett:Kohlenhydraten im Rahmen der Werksessenverpflegung in kcal % nachgewiesen.

Schon früher hat man auf experimentellem Wege, durch Verfütterung einer fettfreien Kost eine Mangelkrankheit bei verschiedenen Tierarten hervorrufen können. Dies gelingt am leichtesten bei jungen Tieren.Frühere Untersuchungen haben ebenfalls ergeben, daß ein gewisser Zusammenhang zwischen dem Vorkommen von ungesättigten Fettsäuren im Organismus und dem Cholesterinstoffwechsel vorliegt.Während der letzten Jahre hat man die ursächliche Bedeutung eines eventuellen Mangels an derartigen Fettsäuren für das Auftreten der Atherosklerose diskutiert. Direkt bindende experimentelle Beweise für diese Hypothese sind bisher nicht vorgelegt worden.Den Verfassern ist es nun gelungen, bei erwachsenen Kaninchen durch Verfütterung einer halbsynthetischen, fettfreien Kost Hypercholesterinämie sowie Gefäßveränderungen vom atheromatösen Typ hervorzurufen. Außer der Hypercholesterinämie und den Gefäß-veränderungen zeigten die Versuchstiere keinerlei augenfällige Mangelaymptome.Es spricht vieles dafür, daß die menschliche Atherosklerose auf einem relativen Mangel an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, im Verhältnis zu den in unserer täglichen Kost enthaltenen großen Mengen gesättigten Fettes, beruht. Es dürfte unter solchen Umständen rationeller sein, gesättigtes Fett durch ungesättigtes Fett zu ersetzen, als lediglich den Gesamtverbrauch an Fett herabzusetzen.

Untersuchungen über die Eiweißqualität von Sojaextraktionsschroten by Johs Brüggemann; K. Eppinger; H. Zucker (31-39).
Die Eiweißqualität handelsüblicher Sojaschrote deutscher Herkunft wurde in Kükenversuchen geprüft. Sie war derjenigen von gleichzeitig geprüften amerikanischen Schroten zum Teil erheblich unterlegen.Die Ureaseaktivität der verschiedenen Schrote stand — von einzelnen Ausnahmen abgesehen — in enger Beziehung zu der im Kükenversuch ermittelten Eiweißqualität. Die Löslichkeit des Eiweißes der einzelnen Schrote wurde ebenfalls untersucht.Der Zusatz von DL-Methionin ergab zum Teil sehr beträchtliche Verbesserungen von Wachstum und Futterverwertung. Diese Verbesserungen waren wesentlich größer bei Schroten von geringer und mittlerer Eiweißqualität als bei Schroten guter Qualität.Bei der Prüfung von 5 abgestuften Methionindosierungen wurde festgestellt, daß zur Erreichung der optimalen Wirkung zugesetzten DL-Methionins bei Schroten geringer Qualität höhere Methioninzulagen erforderlich sind als bei Schroten mittlerer Qualität.The protein quality of German soybean oil meals as usual in the trade was investigated using chick tests. The quality of some of these meals was markedly inferior to that of American meals tested simultaneously.The urease activity of the various meals showed a close relationship—neglecting a few exceptions — to the protein quality as estimated with chicks. Protein solubility of the meals was also determined.The addition of dl-methionine resulted in rather marked improvements of growth and feed efficiency. These improvements were substantially greater in meals of low and medium protein quality compared to those obtained in meals of good quality.By adding graded levels of dl-methionine, the optimum supplemental methionine level was found to be lower for medium quality meals than that required for low quality meals.

Fütterungs-Versuche an Ratten mit umgeesterten Fetten by Karl Bernhard; Heribert Wagner (39-45).
Es wurde das ernährungsphysiologische Verhalten von zwei umgeesterten Fetten in langdauernden Fütterungsversuchen an Ratten geprüft und mit demjenigen von Butterfett verglichen. Das Wachstum verlief normal. Die Zusammensetzung der Carcasslipide erfuhr durch die umgeesterten Fette als auch durch Butterfett im Vergleich zu den Befunden bei fettarmer Fütterung gewisse, vor allem qualitative, Veränderungen.The nutritional effect of two reesterified fats upon prolonged feeding was examined in rats and compared with that of butter fat. Growth proceeded normally. Certain qualitative changes in the composition of the carcass lipids were caused by the reesterified fats as well as by butter fat compared with the results obtained after feeding a fat free diet.

Die biologische Wertigkeit von Walfleisch by W. Kieckebusch; E. Krug; K. Lang (45-47).
Die biologische Wertigkeit von Walfleisch wurde an jungen Ratten zu 94,7% der von Rindfleisch bestimmt. Die Aminosäurezusammensetzung des Walfleisches ist der von Rindfleisch sehr ähnlich.

Es wurde die Beteiligung der Erucasäure am Aufbau der Organ- und Depotfette von Hunden nach längeren Gaben einer rapsölhaltigen Nahrung untersucht. In den Phosphatiden war die Säure meist nicht nachweisbar, während in den Depotfetten eine merkliche Anreicherung vorlag. Gleichzeitige Ermittlung des Diensäuregehaltes ließ erkennen, daß nach Fütterung eines 18% linolsäurehaltigen Rapsöles diese essentielle Fettsäure in Bestätigung früherer Befunde sowohl in Organ- als Depotfett ausgesprochen angereichert wird.The participation of erucic acid in the formation of organ and depot fats in dogs after prolonged administration of a diet containing rapeseedoil was examined. In the phosphatides the acid could mostly not be detected whereas it was definitely accumulated in the depot fats. The simultaneous determination of the content of dienic acids showed the definite enrichment of this essential fatty acid in organ as well as in depot fats after feeding of rapeseedoil with a linoleic acid content of 18%. These results therefore confirm our former findings.

Buchbesprechungen by R. Kautzmann; F. Heepe; R. Ammon; W. Stepp; H. Kraut (53-58).

Mitteilungen (59-60).